Nach Massenprotesten: Sudan beklagt wieder Tote und Verletzte

Nach Massenprotesten: Sudan beklagt wieder Tote und Verletzte
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Bei Ausschreitungen im Sudan sind mindestens sieben Menschen getötet und mehr als 180 verletzt worden. In mehreren Stadtteilen Khartoums und anderen Städten waren Tausende auf der Straße, um gegen die Militärführung zu protestieren. Sie fordern die Übergabe der Macht an eine zivile Übergangsregierung.

Es sind die ersten Proteste seit gut drei Wochen, als bei der gewaltsamen Auflösung einer Sitzblockade mehr als 120 Menschen getötet wurden.

Woher kamen die Schüsse?

Die Opposition machte den militärischen Übergangsrat für Schüsse verantwortlich, doch dessen stellvertretender Vorsitzender, General Mohamed Hamdan Dagalo, erklärte:

"Die Mission des Militärs ist es, die Protestierenden zu schützen, wir vertrauen nicht den Vandalen, die sich vor dem Jugendzentrum und dem medizinischen Hauptverwaltungsgebäude aufhalten. Es gibt Scharfschützen, die auf Menschen zielen. Sie haben drei Mitglieder des Militärs und fünf oder sechs Zivilisten getroffen."

Schüsse führten auch in der im Osten des Landes gelegenen Stadt Kassala dazu, dass Demonstranten auseinanderstoben.

Vermittlungsversuche von außen

Im April hatte die Armee Langzeitherrscher Omar Al-Bashir nach 30 Jahren an der Macht gestürzt. Seitdem versuchen die Opposition und das Militär eine Übergangsregierung zu bilden - bislang erfolglos.

Unterdessen bemühen sich das Nachbarland Äthiopien und die Afrikanische Union um Vermittlung in dem aufgeheizten Konflikt. Zuletzt hatten sie einen Vorschlag für eine zivile Übergangsregierung unterbreitet.