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Betroffenheit in Frankfurt: Hunderte feiern Gedenkgottesdienst

Betroffenheit in Frankfurt: Hunderte feiern Gedenkgottesdienst
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REUTERS/Ralph Orlowski
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Am Tag nach der Tat am Frankfurter Hauptbahnhof haben sich etwa 400 Menschen zu einem Gedenkgottesdienst versammelt. Wegen des großen Andrangs wurde die Feier auf den Bahnhofsvorplatz verlegt. An der Zeremonie nahmen Vertreter der katholischen und evangelischen Gemeinden teil - darunter auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahnhofsmission und der eritreischen Kirchengemeinden.

Oberbürgermeister Peter Feldmann, SPD, kritisierte diejenigen, die politisch Kapital aus dem Angriff schlagen wollten: "Der Hass fällt auf eine Stimmung, die versucht auszunutzen, ein politisches Süppchen darauf zu kochen und auch diese Tat, dieses Verbrechen zu missbrauchen. Zu missbrauchen, ohne jemanden zu fragen. Nicht die Familie, nicht diejenigen, die versucht haben zu helfen, nicht diejenigen, die das Leid miterlebt haben, sondern einfach nur zu denken, das passt so schön in mein Weltbild und dann sage ich jetzt mal, wofür und wogegen ich schon immer war."

Politikerinnen und Politiker der AfD hatten nach dem Angriff, für den ein Eritreer verantwortlich gemacht wird, offene Grenzen kritisiert.

Viele Parteien verurteilten diese Reaktion.

Darüber, ob und wie solche Taten verhindert werden können, herrscht aber nicht nur in der Politik Uneinigkeit. Edgar Schultheiss nahm an der Trauerfeier teil. "Durchgeknallte Menschen gibt es überall, da kann die Politik nichts machen", sagte er. "Also, ich sehe da keine Chance, dass man so etwas verhindern kann. Das wird es immer wieder geben."

Im Bahnhof legten die Menschen den ganzen Tag über Blumen und Karten aus. Unter den Reisenden herrscht Betroffenheit, Sorge, Unverständnis.

Bernhard Krawehl: "Ich finde es unheimlich schrecklich, was in unserem Land passiert. Ich kann das gar nicht fassen. Entweder ist das eine neue Welle oder neue Mode. Ich weiß nicht, was in einem Menschen vorgeht, das so etwas passiert.

Uschi Stolz: "Es ist egal, ob jemand schwarz, grün, rot oder sonst was ist. Das ist einfach eine kranke Kreatur."

Am Rande des Gottesdienstes gab es auch Mahnwachen unterschiedlicher politischer Gruppierungen. Es kam zu Wortgefechten. Schlimmere Auseinandersetzungen blieben aus.