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Nahe einer Mine: 38 Kinder mit erhöhten Arsenwerten

Nahe einer Mine: 38 Kinder mit erhöhten Arsenwerten
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Charles ist vier Jahre alt. Er lebt im Orbiel-Tal nahe der südfranzösischen Stadt Carcassonne. Seine Eltern haben vor Kurzem erfahren, dass in seinem Urin ein beunruhigend hoher Wert an Arsen festgestellt wurde. Neben Charles sind noch 37 andere Kinder betroffen. Sie alle leben in der Nähe einer alten Mine.

Arsen aus alter Goldmine?

Charles Leben steht seither Kopf, erklärt seine Mutter, Laurie Bauer: "Ich sorge dafür, dass er nicht einmal mehr die Erde berührt. Ich wasche seine Hände regelmäßig. Ich kaufe Produkte mit Mikroalgen, weil man mir gesagt hat, dass sie Schwermetalle im Körper abbauen. Er darf auch nicht das Obst im Garten essen. Wir mussten ihm vieles verbieten.“

Die regionale Gesundheitsbehörde hatte die Tests in Auftrag gegeben. Das nur wenige Kilometer entfernte Gold-Bergwerk von Salsigne wurde zwar 2004 geschlossen, belastet aber nach wie vor Mensch und Umwelt. Millionen Tonnen giftigen Abfalls wurden in der Umgebung deponiert. Einige der Lagerstätten sind offenbar undicht. Vergangen Herbst gab es heftige Überschwemmungen in der Region. So könnten große Mengen an Arsen in Flüsse und Böden gelangt sein.

Die betroffenen Kinder werden in zwei Monaten erneut untersucht. Sollten sie noch immer zu hohe Werte haben, wollen die Eltern vor Gericht ziehen. Arsen erhöht das Krebsrisiko und kann auch Jahrzehnte nach der Belastung noch Krankheiten auslösen.

Appell an Macron

Die Eltern einer Grundschule, die bei den Überschwemmungen überflutet wurde, richten sich in einer Online-Petition an Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron: Ab dem nächsten Schuljahr solle eine provisorische Schule eingerichtet werden - außerhalb des womöglich mit Arsen verunreinigten Gebietes.

Für den Bürgermeister der Stadt ist das keine Dauerlösung. Man müsse die Ursachen bekämpfen und die giftigen Abfälle an einen sicheren Ort umlagern.

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