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Eilmeldung

Amazonas-Brände: 4,2 Mio. Fußballfelder Wald im August zerstört

Brennender Regenwald in Brasilien bei Apui, 3. September 2019.
Brennender Regenwald in Brasilien bei Apui, 3. September 2019. -
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Reuters7BRUNO KELLY
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Im vergangenen Monat sind bei den verheerenden Bränden im Amazonasgebiet insgesamt 30.901 Brandherde gezählt worden. Das sind drei Mal so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Damals waren es 10.421 Brände.

Die im August 2019 verbrannten 29.944 km² entsprechen einer Fläche von 4,2 Millionen Fußballfeldern. Diese alarmierenden Zahlen veröffentlichte das brasilianische Weltraumforschungsinstitut (INPE).

So heftig hat es im Amazonasgebiet seit 2010 nicht gebrannt. Damals war die Dürre im Land für den Anstieg der Feuer verantwortlich. Jeder einzelne Brand in diesem Jahr vernichtete im Schnitt rund 800 m² - gegenüber 580 m² im Jahr 2018.

Die Daten beziehen sich auf das gesamte Amazonasgebiet 5,5 Millionen km², von denen 4,19 Millionen km² auf brasilianischem Gebiet liegen. In diesem Jahr gab es auch Brände im Amazonas-Regenwald von Peru oder Bolivien.

Die wissenschaftliche Direktorin des Amazon Environmental Research Institute, Ane Alencar, erklärte dem Nachrichtenportal UOL, dass sich der drastische Anstieg nur durch Entwaldungsaktivitäten erklären lasse. In diesem Jahr habe es kein extremes Klimaereignis gegeben, das diese Situation rechtfertigen könne. "In diesem Jahr haben wir keine extreme Dürre, wie in den Jahren 2015 und 2016 verzeichnet. In den Jahren 2017 und 2018 hatten wir eine Zeit mit ausreichenden Niederschlägen. Im Jahr 2019 gab es keine heftigen Klimaereignisse, die Dürren verursachen, wie El Niño beispielsweise. Das Klima kann nicht die Erklärung für diesen Anstieg sein."

Zählt man das gesamte brasilianische Staatsgebiet von Januar bis August, so wurden 46.825 Brände registriert, der schlechteste Wert seit den 58.476 im Jahr 2010.

Brandherde im Amazonas

Flourish
Brandherde im Amazonas-GebietFlourish

Es wird befürchtet, dass die Entwaldung sich sogar noch verschlimmert, denn in den letzten Jahren war der September der schlimmste Monat für Brände.

Brasiliens Präsident Jaïr Bolsonaro geriet wegen der Brände zunehmend unter Druck und erließ ein Verbot für Brandrodungen im Amazonasgebiet für die Dauer von zwei Monaten. Hilfen von den G7-Staaten hatte der Präsident zunächst abgelehnt und dann unter gewissen Bedigungen akzeptiert.

Bei einem für Freitag geplanten Amazonas-Gipfel in Kolumbien kann Bolsonaro zudem wegen eines medizinischen Eingriffs nicht persönlich teilnehmen.

Seit seinem Amtsantritt im Januar hat er die Entwicklung der Landwirtschaft und der Viehzucht im Amazonasgebiet stark gefördert und den Bergbau - einschließlich der indigenen Reservate - im artenreichen Amazonas-Gebiet unterstützt.

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Kohlenmonoxidemissionen am 4. September 2019Copernicus Erdbeobachtungsprogramm