Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung

Mächtig und skrupellos: Wer ist Johnson-Berater Dominic Cummings?

Mächtig und skrupellos: Wer ist Johnson-Berater Dominic Cummings?
Copyright
Reuters/HANNAH MCKAY
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Dominic Cummings hat sich in London einen Namen gemacht. Im Juli hat ihn Premier Boris Johnson zum Senior Advisor gemacht, heute gilt er als der "Mann, der das Land leitet" - und das nicht nur unter den britischen Abgeordneten.

In der vergangenen Woche warf ein wütender Mann Johnson in Leeds vor laufenden Kameras vor, gemeinsam mit seinem Berater Spiele zu spielen. "Sie und Dominic Cummings spielen mit dem Parlament, mit den Menschen in Großbritannien und allen Menschen, die in diesem Land wahlberechtigt sind."

Auch seine Erscheinung ist "speziell". Stets in einem ungebügelten Hemd, oft auch als "schlampig" angezogen beschrieben, verbreitet er in der Downing Street Angst und Schrecken.

"Rasputin" oder "politischer Anarchist"

Cummings hat viele Spitznamen, wird "Architekt des No-Deal", "Rasputin", "politischer Anarchist" oder auch "politischer Svengali" genannt.

"Der Typ, der eigentlich die Regierung leitet"

Ken Clarke, ein Veteran des Unterhauses, ist sogar so weit gegangen zu sagen, dass Cummings das Land "leite".

Dem Sender Channel 4 News sagte Clarke, einige bescheinigten dem Senior Advisor eine "kriegerische" Haltung.

"Es gibt die weit verbreitete und fast universell angenommene Theorie in Westminster, die von Ministern und Hinterbänkern vertreten wird, dass dieser Typ, Cummings, eigentlich die Regierung leitet".

Wer ist der Mann, der die Fäden zieht?

Cummings kommt ursprünglich aus Durham und ist der Sohn eines Projektmanagers für Ölplattformen und einer Sonderpädagogin. Er schloss sein Geschichtsstudium 1994 in Oxford mit Bravour ab.

Den Titel "Brexit-Architekt" hat er sich verdient, als er den Vote Leave-Slogan "Take back control" erfand. Seine Idee war es zudem, auf einen mittlerweile international bekannten roten Doppeldeckerbus die Worte "Wir schicken jede Woche £350 Millionen, lasst es uns stattdessen ins NHS stecken". Das NHS ist das in Großbritannien geschätzte nationale Gesundheitswesen. Der Slogan wurde von Johnsons Gegnern heftig kritisiert.

Cummings war Kampagnenleiter von Vote Leave. Und das war nicht seine erste Kampagne für ein euroskeptisches Thema. Von 1999 bis 2002 war er Kampagnenleiter bei Business for Sterling, der Kampagne gegen den Beitritt Großbritanniens zum Euro.

Es ist auch nicht sein erstes Mal an der Seite eines konservativen Politikers: 2002 arbeitete er für 8 Monate als Strategiedirektor für Iain Duncan Smith und von 2007 bis Januar 2014 für Michael Gove.

Trotz seiner Verbindungen zu den Tories ist Cummings selbst nie einer politischen Partei beigetreten.

Einer, der auffällt

In einem Profil, das 2014 von Conservative Home veröffentlicht wurde, nannte der Autor Andrew Gimson ihn "außergewöhnlich intelligent, ohne außergewöhnlich stabil zu sein", man sage von ihm dass man "ihn auf eigene Gefahr unterschätzt".

Gimson schrieb auch, dass es selten vorkomme, dass ein Sonderberater Aufmerksamkeit erregte. Und das tut Cummings mehr als alle anderen Berater vor ihm.

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Cummings einen Sicherheitspass für Westminster besitzt. Der Berater war mehrfach im Kreise von Abgeordneten im Parlamentsgebäude gesehen worden. Allerdings war im März entschieden worden, dass der 47-Jährige das Parlament "missachtet", nachdem er zu einer Anhörung trotz Anordnung nicht erschienen war.