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Courmayeur: Winterurlaub ohne Schnee

Courmayeur: Winterurlaub ohne Schnee
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In der Hochsaison ist diese Stadt normalerweise voller Skitouristen. Das italienische Courmayeur ist eines von Europas beliebtesten Winterzielen und stolz darauf. Doch der Tourismus hängt von kalten und schneereichen Wintern ab - und die sind keine Garantie mehr.

"Die Leute, die im August hierher kommen, sagen: Oh, aber die Gletscher gehen zurück - und es ist wärmer. Im Hotel fragen die Leute nach einer Klimaanlage", sagt Hotelbesitzerin Giorgia. "Es hat sich also wirklich etwas verändert, denn wir sind in den Bergen und Klimaanlagen sind hier eigentlich selten."

Die Dinge müssen sich ändern

Es ist ein mühsamer Wandel für eine wichtige Branche. Während einige Einheimische bereit sind sich anzupassen, tun andere sich schwer. Bergführer machen beispielsweise seit Jahrhunderten ihren Job auf die gleiche Weise.

Ein Bergführer erzählt: "Viele klassische Alpin-Touren können wir nicht mehr machen. Wir müssen sie abändern, aber es ist nicht einfach, den Leute zu erklären, dass sich diese Dinge ändern müssen. Dies ist nicht nur ein Problem für professionelle Bergführer, sondern auch für die Touristen."

Nicht jeder ist davon überzeugt, dass Veränderungen notwendig sind. Der Barkeeper dieses Lokals im Stadtzentrum glaubt nicht, dass das schmelzen des Gletschers irgendwas mit dem Klimawandel zu tun hat. "Die Leute machen zu viel Panik. Das sind natürliche Phänomene. Natürliche Zyklen. Ich glaube nicht, dass dies mit dem Klimawandel zusammenhängt. "

Zukunft des Tourismus ohne Schnee

Aber nur zehn Autominuten von dieser Bar entfernt erzählt die Landschaft eine andere Geschichte.

Euronews-Reporterin Giorgia Orlandi war vor Ort: "Diese Kirche wurde 1792 gebaut, unter anderem weil sie in der Nähe des Gletschers lag. Heute kann man sehen, dass sich der Gletscher den ganzen Berg hinauf zurückgezogen hat."

Der Bürgermeister der Stadt spürt die Veränderungen. Ende Oktober sollen die Bürger Vorschläge machen können, wie der Tourismus auch in wärmeren Wintern weitergehen kann.

Bürgermeister Stefano Miserocchi sagt: "Wir müssen das zu bm Anlass nehmen, um unsere Zukunft zu überdenken. Zu sehen, wie wir den Tourismus fördern können, der mit diesen Veränderungen in der Region vereinbar ist."

Euronews-Reporterin Giorgia Orlandi aus Courmayeur: "700 Meter Straße sind gesperrt, um die Bewohner vor dem Planpincieux-Gletscher zu schützen. Restaurants wurden geschlossen und ein Haus evakuiert. Und obwohl der Gletscher nicht direkt auf die Stadt stürzen würde, ist es ein Zeichen, dass die Dinge sich ändern."