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Gewalt bei Protesten in Chile

In Santiago de Chile ist es am Montag bei Protesten erneut zu Ausschreitungen gekommen. Die Bilanz der seit Wochen andauernden Regierungsproteste in Chile ist blutig: Mehr als 20 Menschen starben, etwa 2000 wurden verletzt. Zudem werden mehr als 800 Vorwürfe von Missbrauch durch Sicherheitskräfte untersucht. Es geht um Vergewaltigungen, Folter und Prügel.

Unterdessen erklärte sich die Regierung nach wochenlangen Protesten bereit, einer Kernforderung der regierungskritischen Demonstrierenden im Land nachzugeben und nährte deren Hoffnung auf eine neue Verfassung. Man wolle die Debatte zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung einleiten, so eine Sprecherin am Montag. Noch sei offen, ob dies im Parlament oder - wie von der Opposition gefordert - über eine verfassungsgebende Versammlung stattfinden werde, erklärte Karla Rubilar in Santiago de Chile. Staatschef Sebastián Piñera hatte vor wenigen Tagen nur einer Reform der aktuellen Verfassung zugestimmt, die anhaltenden Proteste vermochte er so nicht zu beenden.

Chiles Verfassung von 1980 stammt noch aus Zeiten der Diktatur von General Augusto Pinochet. Trotz mehrfacher Reformen gibt es nach wie vor Kritik an ihrem autoritären Ursprung, der starken Bündelung von Machtbefugnissen bei der Zentralregierung und begrenzten Einflussmöglichkeiten der Bürger.