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Konservative in Umfragen vorne: Warum ist Boris Johnson trotzdem unruhig?

Boris Johnson und Jeremy Corbyn
Boris Johnson und Jeremy Corbyn   -   Copyright  Reuters
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Großbritannien befindet sich nur noch wenige Tage von einer Parlamentswahl entfernt, die das Schicksal des Landes für die kommenden Jahre besiegeln könnte.

Während die Umfragen noch zeigen, dass die Konservativen von Boris Johnson vor der Labourpartei liegen, deuten die in den letzten Tagen veröffentlichten Zahlen darauf hin, dass sich die Kluft verringert.

Johnson hatte die vorgezogenen Neuwahlen ausgerufen, um die Brexit-Krise zu lösen, die seit dem Referendum 2016 andauert.

Der Premierminister selbst warnte am Wochenende, dass "die Pferde immer noch ihren Platz wechseln könnten". Er drängte Aktivisten, sich bei der Jagd auf die rund 320 Sitze, die er für eine Mehrheit braucht, nicht selbstgefällig zu verhalten, um sicherzustellen, dass er als Premierminister bleiben und sein Versprechen, "Brexit durchziehen" (Get Brexit Done), einlösen kann.

Die wichtigsten Entwicklungen vom letzten Wochenende vor der Wahl

Die konservativen Tories führen in Meinungsumfragen, der Abstand zur Opposition verringert sich aber.

In vier Meinungsumfragen, die am Samstag (7. Dezember) veröffentlicht wurden, lagen die Konservativen mit acht bis 15 Punkten vor der Labour-Party von Jeremy Corbyn.

Johnsons Führung hat sich in den letzten Wochen verringert. Allerdings muss man beachten, dass die Umfragen weder das Ergebnis des Referendums 2016, noch den Verlust der Mehrheit von Theresa May bei der Wahl 2017 korrekt vorhergesagt hatten.

Der Wahlexperte John Curtice schätze gegenüber der BBC, dass der Vorsprung der Konservativen nicht ausreiche, um garantiert zu gewinnen.

Johnson erklärte in einer Kampagnen-Rede am Sonntag: "Wir stehen nun im Finale dieses Rennens und das ist der Zeitpunkt, an dem die Pferde natürlich noch ihren Platz wechseln können. Wir sind noch nicht ganz da und vergessen nicht, was 2017 passiert ist. Es ist eine hart umkämpfte Wahl."

Gefragt, ob er nervös sei, wenn es darum gehe, die Umfragen zu verengen, sagte Johnson: "Natürlich kämpfen wir für jede Stimme. Ich denke, es ist ein kritischer Moment für dieses Land."

Die Konservativen befürchten zudem, dass Brexit-Befürworter aus Protest über den immernoch nicht abgeschlossenen Austritt aus der EU nicht an der Abstimmung am Donnerstag teilnehmen könnten, sagte Matthew Goodwin, vom Think Tank Chatham House, gegenüber der Associated Press.

"Die Konservativen sind sich sehr wohl bewusst, dass ihnen viele ihrer Leave-Wähler verloren gegangen sind," sagte Goodwin. "Sie sind abgestumpft. Sie versuchen mit ihrer Kampagne vor allem, Brexit-Befürworter wieder zu erreichen."

Leak klassifizierter Dokumente

Eines der Schlüsselthemen bei dieser Wahl ist die Zukunft des Nationalen Gesundheitsdienstes. Corbyn hat Johnson beschuldigt, den NHS im Rahmen eines zukünftigen Handelsabkommens mit den USA zum Verkauf anzubieten, sobald das London die EU verlässt.

Der Labour-Chef verwies auf geheime Handelsdokumente, die online durchgesickert waren, als er diese Angaben machte. Das Social-Media-Unternehmen Reddit sagte dann, dass ein Konto, das die Dokumente auf seiner Plattform verbreitete, mit einer früheren russischen Desinformationskampagne verbunden sei.

Dies hat die Angst vor einer Einmischung Russlands in den demokratischen Prozess in Großbritannien weiter geschürt.

Der Kreml, der sagt, dass der Westen von antirussischer Hysterie gepackt ist, hat geleugnet, dass er sich in westliche Demokratien einmischt.

Die britische Regierung sagte, dass sie die Angelegenheit mit Unterstützung des National Cyber Security Centre, das Teil des Nachrichtendienstes GCHQ ist, untersucht.

Boris Johnson hat Corbyn's Behauptungen als "reines Bermudadreieck" zurückgewiesen, indem er darauf beteuerte, "Ich glaube sehr leidenschaftlich an den NHS".

Johnson weigert sich gleichzeitig, einen Bericht des Geheimdienstes über die russische Einmischung in die britische Politik und das Brexit-Referendum veröffentlichen.