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2 Tage nach geplantem Ende: Doch ein minimaler Klima-Deal bei COP25

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2 Tage nach geplantem Ende: Doch ein minimaler Klima-Deal bei COP25
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Die COP25 in Madrid hat sich am Sonntag nach einer 40-stündigen Verlängerung doch noch auf einen Kompromiss-Deal geeinigt. In einer Abschlusserklärung erinnerte das Generalversammlung nach zweiwöchigen Beratungen alle rund 200 Staaten an ihre Zusage, im nächsten Jahr ihre Klimaschutzziele für 2030 möglichst zu verschärfen. Das meldete die Agentur dpa aus der spanischen Hauptstadt. Doch viele beklagen eine minimale Einigung.

Eigentlich sollte die COP 25 am Freiitag, den 13. Dezember, zu Ende gehen. Offenbar war das ein schelchtes Omen, denn noch nie hat eine Weltklimakonferenz ihre Beratungen so lange überzogen wie in diesem Jahr. Gegen 10 Uhr am Sonntagvormittag gab es dann aber doch einen Kompromiss. Allerdings wurden wichtige Entscheidungen auf die COP26 in Glasgow im kommenden Jahr verschoben.

Vier Jahre nach der Einigung auf das Klimaabkommen von Paris sollte das Plenum Regeln für die internationale Zusammenarbeit beschließen, insbesondere den Handel mit Klimaschutz-Gutschriften.

Erst 40 Stunden nach dem geplanten Ende besiegelte Konferenzpräsidentin Carolina Schmidt die Einigung auf die Abschlusserklärung mit einem Hammerschlag, berichtet dpa. Andere Konferenzteilnemerinnnen meldeten gleichzeitig, dass die Verhandlungen weitergingen und dass es schwierig sei, offizielle Informationen zu bekommen.

Am Sonntagmorgen hatten müde UnterhändlerInnen in Madrid die Gespräche wieder aufgenommen - fast 2 Tage nach dem ursprünglich geplanten Ende. Dennoch lagen die knapp 200 vertretenen Staaten in ihren Positionen zuletzt noch weit auseinander. Besonder Brasilien widersetzte sich. «Es ist ein harter Kampf, hier wenigstens keine Rückschritte zu erleiden», hieß es am Morgen aus Kreisen der deutschen Delegation.

Eine Einigung auf Regeln für den internationalen Handel mit Klimaschutz-Gutschriften wurde vertagt.

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Bisheriger Rekordhalter als längste UN-Klimakonferenz war das Treffen 2011 im südafrikanischen Durban, das um 6.30 Uhr geendet hatte.

Etliche Delegierte mussten inzwischen abreisen, darunter die meisten Minister. Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) war am Sonntag nicht mehr in Madrid. Viele Umwelt- und Hilfsorganisationen haben die Konferenz schon abgeschrieben - was hier geschehe, werde der beim Klimaschutz gebotenen Eile nicht gerecht, kritisieren sie.

Aus Madrid wird auch berichtet, dass die Organisatorin am Sonntagmorgen verspätet zu den Beratungen eintraf. Aber dann gab es wenig später doch den Deal - die Minimal-Einigung.