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Datenschutz: US-Unternehmen wertet Milliarden Bilder von Internetnutzern aus

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Datenschutz: US-Unternehmen wertet Milliarden Bilder von Internetnutzern aus
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Automatische Gesichtserkennung kann Spaß machen. Ob lustige Tiergesichter oder Freunde finden, Social-Media-Dienste

machen einiges möglich mit den Daten, die die Benutzer ins Netz stellen. Was aber, wenn ein Unternehmen Milliarden dieser im Internet geteilten Portraitfotos katalogisiert und auswertet?

Genau das hat die Firma Clearview aus New York getan, berichtet die New York Times. Die Datenbank mit rund drei Milliarden Bildern sei Hunderten Behörden angeboten worden. Mittels biometrischer Auswertungen sollen die Bilder dabei helfen, Verdächtige zu identifizieren und Verbrechen aufzuklären.

Dass das Datenschutzbedenken hervorruft, scheint dem Unternehmen klar zu sein. Clearview sei kein Überwachungssystem, steht auf der Webseite. Und: Man verwende ausschließlich öffentlich zugängliche Bilder.

Gesichtserkennung durch Computer ist bereits weitverbreitet. Die USA verwenden ein derartiges System, um Reisende zu identifizieren. Zu diesem Zweck wurden auch die als ästhetisch zweifelhaft angesehenen biometrischen Passbilder weltweit eingeführt. Der Unterschied: Diese Bilder wurden nicht von einem Privatunternehmen per Staubsaugerprinzip aus dem Internet gesaugt. Solch eine Datensammlung birgt Risiken, selbst, wenn es sich um öffentlich zugängliche Bilder von Facebook und anderen Netzwerken handelt.

Wie schnell Gesichtserkennung nach Ansicht von Datenschützern und Menschenrechtler problematisch wird, zeigt das Beispiel China. Dort wird die Technik eingesetzt, um den Diebstahl von Toilettenpapier zu verhindern. Investigativen Journalisten zufolge dient Gesichtserkennung den Behörden aber auch dazu, eine von der Regierung ungeliebte Bevölkerungsgruppe zu überwachen.

Übrigens experimentiert auch Deutschland mit Gesichtserkennung im öffentlichen Raum. Ein derartiges System wurde am Berliner Bahnhof Südkreuz getestet. Das Innenministerium spricht von einem Erfolg, zahlreiche Personen wurden durch das System allerdings falsch erkannt.