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Fake News? Turkmenistan verbietet das Wort "Coronavirus"

Turkmenistans Präsident Gurbanguli Berdymukhamedov im Jahr 2011
Turkmenistans Präsident Gurbanguli Berdymukhamedov im Jahr 2011   -   Copyright  Alexander Vershinin/AP
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Wer in Turkmenistan über die weltweite Coronavirus-Krise reden will, muss vielleicht sich ab sofort etwas einfallen lassen. Denn das Land hat Gespräche und Berichte in denen von der Regierung kontrollierten Medien über das Coronavirus verboten.

Das berichtet die Nichtregierungsorganisation Reporter Ohne Grenzen (RSF) und warnt vor der Gefahr, die von der Maßnahme für die Bevölkerung ausgeht. Das Wort sei Berichten des Turkmenistan Chronicle - eines der wenigen im Land blockierten und von RSF als glaubwürdig eingestuften Medien - auch aus Gesundheitsbroschüren gestrichen worden, die in Schulen, Krankenhäusern und Unternehmen verteilt wurden.

Allerdings hat Euronews bei seiner Recherche in lokalen Medienberichten in Turkmenistan das Wort Coronavirus gefunden, und auch auf einer Pressekonferenz hat das Gesundheitsministerium am Dienstag zur COVID-Lage im Land informiert.

Turkmenische Behörden würden mit dem Verbot ihrem Ruf alle Ehre machen, sagte Jeanne Cavelier, die Leiterin des Osteuropa- und Zentralasien-Referats der RSF. "Diese Verweigerung von Informationen gefährdet nicht nur die am meisten gefährdeten turkmenischen Bürger, sondern verstärkt auch den von Präsident Gurbanguly Berdymukhammedov aufgezwungenen Autoritarismus. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, zu reagieren und ihn für seine systematischen Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft zu ziehen".

Nach Berichten von Radio Azatlyk, der turkmenischen Sprachversion von Radio Free Europe/Radio Liberty, müssen Menschen, die in der Hauptstadt Aşgabat auf der Straße über die Pandemie sprechen, befürchten von Polizisten in Zivil verhaftet zu werden.

Offiziellen Angaben zufolge gibt es in Turkmenistan bisher weder Infektionen noch Todesfälle durch das Coronavirus oder die von ihr ausgelöste Lungenkrankheit COVID-19.

Turkmenistan lag beim RSF-Weltpressefreiheitsindex 2019 auf dem letzten Platz. Die Regierung kontrolliert alle inländischen Medien und verstärkt weiterhin die Verfolgung derjenigen, die verdeckt für Exil-Medien berichten. Die wenigen Internetnutzer haben nur Zugang zu einer stark zensierten Version des Internets, in der Regel in Cafés, wo sie sich zunächst ausweisen müssen.