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Fernfahrer: Nur Europäer zweiter Klasse?

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Ohne den Frachtverkehr keine Versorgung der Bevölkerung. Die Arbeit der Fernfahrer ist während der Coronavirus-Pandemie wichtiger denn je - besser geworden sind ihre Arbeitsbedingungen deshalb aber nicht. Aufgrund von Schließungen und Einschränkungen auf Rastplätzen sind alltägliche Dinge wie die Körperpflege manchmal nicht selbstverständlich.

„Ich bin bereit, mich für meine Familie, für den Betrieb, für Italien und Europa aufzuopfern. Aber ich bin nicht bereit, die Gefahr auf mich zu nehmen, meine Familie anzustecken“, sagt der italienische LKW-Fahrer Sergio Grujic.

Knallharter Wettbewerb und Niedriglöhne

Schon vor der Pandemie war die Lage im Frachtgewerbe nicht einfach. Ein knallharter Wettbewerb, Niedriglöhne und eine hohe Arbeitsbelastung gehören auf der Autobahn zum Alltag.

„Es ging immer darum, die Kosten niedrigzuhalten. Durch den Zugang zu den Mitgliedsländern, in denen die Lohnkosten geringer sind, und deren Arbeitskräfte, war das möglich", sagt Cristina Tilling, eine Vertreterin der europäischen Frachtgewerkschaft ETF.

Da sind die, die die grenzübergreifende Freiheit von Dienstleistungen wie den Frachtverkehr verteidigen und da sind jene, die die nationalen Arbeitsrechte schützen wollen. Auf der Strecke bleiben dabei oft die Menschen, die am Steuer sitzen.

„Ich kann nicht sagen, dass ich stolz bin, Europäer zu sein, denn ich bin kein Europäer. Zu Hause bin ich Europäer, hier bin ich es nicht - oder zumindest Europäer zweiter Klasse“, so der rumänische Kraftfahrer Viorel Ilief.