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Obdachlos in London: Gastarbeiter im freien Fall

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Obdachlos in London: Gastarbeiter im freien Fall
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Der Londoner Trafalgar Sqaure – wo sich sonst die Touristen drängen, sind jetzt sind nur Bedürftige zu finden. Sie warten hier auf die Verteilung von Essen. Viele von ihnen sind Obdachlos wie Georg, der aus Rumänien stammt. Vor corona hat er in London Büros gereinigt.

Klar betrifft es mich, mein Job ist weg, ich kann nirgendwo mehr arbeiten.
George Botezatu
Obdachloser

Vor acht Wochen verlor auch Paulo Palrao seinen Job. Der Portugiese arbeitete wie viele andere Europäer in der Gastronomie. Mit der Arbeitslosigkeit kam die Obdachlosigkeit.

Ich habe meinen Restaurantjob verloren und konnte mir die Miete nicht mehr leisten, ich kann nirgendwo hin, es ist verrückt, kein Essen, nichts.
Paulo Palrao
Hat in der Gastronomie gearbeitet

Wohltätigkeitsorganisationen schliessen die Lücke, nachdem die Tagesküchen der Stadt geschlossen wurden, um die Übertragung des Virus zu verhindern.

Ein indisches Restaurant, das seine Küche weiter laufen lässt, produziert hunderte von Mahlzeiten pro Tag. Tausende Wraps werden jede Woche werden frisch gemacht und dann in der Hauptstadt verteilt.

Das ist die schlimmste Zeit, um obdachlos zu werden, es gibt hier nichts. Normalerweise kann man immer ein paar Reste bekommen, man kann ein paar Einrichtungen aufsuchen, aber jetzt gibt es nichts mehr.
Mikkel Juel Iversen
‘under one sky’ Hilfsorganisation

Diese Wohltätigkeitsorganisation ist auf Spenden aus der Öffentlichkeit angewiesen, auf Unterstützung von Menschen wie Andre - einem Montenegriner - der auf dem Bau gearbeitet hat.

Viele kürzlich entlassene Europäer eben jetzt in einer Art Niemandsland, ohne Möglichkeit nach Hause zu fliegen, sehr wenigen Ersparnissen und ohne Aussicht auf einen Lebensunterhalt.
Luke Hanrahan
Reporter

Laut Regierung sind 90% der Obdachlosen im Land untergebracht, allein in London sollen 1.800 Hotelzimmer in 10 Hotels angemietet worden sein. Aber viele Obdachlosen-Hilfswerke in der Hauptstadt fragen sich, wie es nach der akuten Krise weiter gehen soll:

Die Hotels werden wohl etwa sechs Wochen zur Verfügung stehen, und es gibt keine Klarheit darüber, was danach passiert. Viele, die jetzt in Hotels übernachten, haben keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung – es sind darunter viel, die noch keine fünf Jahre in Großbritannien sind. Sie haben also keinen Anspruch auf den Status "sesshaft.
Lucy Abraham
COO Glass Door Homeless Charity

Der Lockdown begann im März. 43 Tage später fragen sich Londons Kellner und Köche, Bauarbeiter und Reinigungspersonal, ob sie ihr altes Leben jemals zurück bekommen werden.