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Bolsonaro-Video: "Nicht warten, dass meine Familie verarscht wird"

Jair Bolsonaro
Jair Bolsonaro   -   Copyright  Eraldo Peres/Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved
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In Brasilien hat der Oberste Gerichtshof ein Video freigegeben, auf dem Präsident Jair Bolsonaro während einer Kabinettssitzung Ende April mit Schimpfwörtern um sich wirft - und offenbar die Bundespolizei bedroht, die gegen zwei Söhne des Staatschefs ermitteln wollte. In diesem Zusammenhang war vor kurzem Justizminister Sérgio Moro aus Protest gegen Jair Bolsonaro zurückgetreten. Richter Celso de Mello sieht das Video als Beweisstück bei der Untersuchung der Frage, ob der rechtspopulistische Präsident versucht hat, sich unrechtmäßig in die polizeilichen Ermittlungen gegen dessen Söhne einzumischen.

In dem Video sagt der Präsident: "Ich will nicht darauf warten, dass meine Familie verarscht wird."

Und er droht schreiend: "Ich habe die Macht, und werde in alle Ministerien eingreifen,(...) Wenn ich jemanden nicht austauschen kann, tausche ich seinen Chef aus. Und wenn ich seinen Chef nicht auswechseln kann, wechsle ich den Minister aus."

Bolsonaro erklärte, er rede über seinen persönlichen Sicherheitschef. Viele - darunter der zurückgetretene Justizminister - meinen aber, es gehe um den Chef der Bundespolizei und den Direktor der Bundespolizei in Rio de Janeiro, die beide ihrer Ämter enthoben wurden. Es geht um politische Einflussnahme durch den Präsidenten, diese kann in Brasilien juristisch verfolgt werden.

Auf dem Video, das seit der Freigabe viele TV-Sender in Brasilien gezeigt haben, wütet Bolsonaro auch gegen die lokalen Verantwortlichen, die gegen seinen Willen Lockdowns zur EIndämmung der Coronavirus-Pandemie entschieden hatten. Bolsonaro meint: "Es ist leicht, eine Diktatur zu errichten, ein Arschloch von Bürgermeister nimmt ein gottverdammtes Dekret an und sperrt die Menschen in ihren Häusern ein. Wenn sie bewaffnet wären, würden sie auf die Straße gehen..."

In Brasilien sind mehr als 20.000 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Die WHO sieht Südamerika inzwischen als Epizentrum der Pandemie.