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Maddie und Inga: derselbe Täter?

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Die damals Fünfjährige Inga verschwand am 2. Mai 2015 in der Nähe von Stendal
Die damals Fünfjährige Inga verschwand am 2. Mai 2015 in der Nähe von Stendal   -   Copyright  Polizei Sachsen-Anhalt via AP
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Nachdem ein Deutscher verdächtigt wird, für das Verschwinden von Maddie McCann im Jahr 2007 verantwortlich zu sein, kommt ein weiterer schwerer Verdacht hinzu. Die Staatsanwaltschaft Stendal sucht nun nach möglichen Verbindungen zwischen dem Fall der vor fünf Jahren in Sachsen-Anhalt verschwundenen Inga und dem von Madeleine McCann.

Die damals Fünfjährige verschwand am 2. Mai 2015 nach einem Spaziergang mit ihrer Familie in dem Waldstück Uchtspringe bei Stendal. Umfangreiche Suchaktionen und Ermittlungen konnten bis heute nicht klären, was mit Inga passiert ist, eine Leiche wurde nie gefunden.

Der 43-jährige Tatverdächtige Christian B. sei einen Tag vor dem Verschwinden des Kindes in einen Unfall rund 100 Kilometer entfernt verwickelt gewesen. Außerdem habe er nach Medienberichten für den Tag von Ingas Verschwinden kein Alibi.

Damals wurde ein Grundstück des Verdächtigen durchsucht und ein USB-Stick mit kinderpornografischem Material gefunden, allerdings erhärtete sich der Verdacht gegen Christian B. damals nicht.

Der verdächtige Deutsche macht international Schlagzeilen.

Die Beweislage im Fall Maddie ist dünn

Die dreijährige Maddie aus Großbritannien verschwand aus einer Ferienanlage an der Algarve in Portugal. Am Mittwochabend hatten die Behörden überraschend bekannt gegeben, dass der mehrfach Vorbestrafte nun auch im Fall Maddie unter Mordverdacht steht.

Christian B. hatte sich zum Zeitpunkt ihres Verschwindens in dem Ort Praia da Luz aufgehalten, in dem Maddie entführt wurde. Die Beweislage sei allerdings dünn, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit Bezug auf Justizkreise berichtet. Derzeit besteht nur ein Verdacht, da weder eine Leiche des Kindes gefunden wurde, noch jemand ein Verbrechen bezeugen kann. Die deutschen Ermittler gehen aber davon aus, dass das Kind nicht mehr lebt und ermitteln wegen Mordes.

Christian B. hatte im Internet Tötungsfantasien an Kindern geäußert

Derzeit sitzt der Tatverdächtige eine alte Haftstrafe wegen des Handels mit Betäubungsmitteln in Kiel ab. Zuletzt verurteilte ihn das Landgericht Braunschweig im Dezember 2019 wegen schwerer Vergewaltigung und unter Einbeziehung weiterer verhängter Strafen zu sieben Jahren Haft. Dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig und wurde von Christian B. angefochten. Wie der Spiegel berichtet, soll Christian B. zudem im Internet Tötungsfantasien gegenüber Kindern geäußert haben.

Seinen Verteidigern zufolge will Christian B. vorerst keine Stellungnahme abgeben.