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Faschistisches Lied: Nationalkeeper Neuer unter Druck

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Nationaltorwart Manuel Neuer sorgt mit einem Video für Wirbel in den sozialen Netzwerken.

Alles beginnt ganz harmlos: Der Torhüter macht Urlaub in Kroatien. Dort feiert und trinkt er mit Freunden wie dem Münchner Torwart-Trainer Toni Tapalovic und mit anderen Gästen in einer Strandbar in Dubrovnik. Dabei wird entsteht dieses Video:

Der Ausrutscher

Das Lied, das Neuer mitschmettert, stammt von einem kroatischen Sänger: Marko Perkovic, auch Thompson genannt. Perkovic gilt als ultranationalistisch.

Viele deutsche Fußballfans können die Aufregung um den Nationaltorwart allerdings nicht nachvollziehen:

Doch nicht zuletzt für Bosnier ist das Lied, das Neuer mitsingt, höchstproblematisch. Das patriotische "Lijepa li si", das als inoffizielle Nationalhymne Kroatiens gilt, besingt die Heimat, aber darüber hinaus auch die kroatischen Besitzansprüche in Bosnien - also in einer Region, in der es während des Krieges Anfang der 90er-Jahre zu ethnischen Säuberungen kam.

Wer ist Thompson?

Der populärste Sänger Kroatiens steht wegen der Verherrlichung von Faschismus regelmäßig in der Kritik, er hat Kontakte zur umstrittenen kroatischen Ustascha-Gruppe.

Bei Konzerten spielt Thompson auch das faschistische Ustascha-Lied "Jasenovac i Gradiška Stara", das die Tötung von Juden und Serben in Konzentrationslagern beschönigt. Auch der Hitlergruß soll bei Auftritten mehrfach gezeigt worden sein.

Perkovic selbst war in den 1990er Jahren im Bosnienkrieg an der Front. Thompson nennt er sich nach der Marke seiner Maschinenpistole.

Manager: Neuer spreche "kein Kroatisch"

Ein Skandal, der den Nationaltorwart kalt zu lassen scheint. Kein Kommentar, heißt es bisher nur von Seiten des bayerischen Keepers. Sein Manager sagte gegenüber der "Bild"-Zeitung und Sport1, dass der 34-Jährige kein Kroatisch spreche.

Allerdings: Neuers Freund und Begleiter aus München hat kroatische Wurzeln und ist der Bruder des ehemaligen kroatischen Nationalspielers Filip Tapalovic.

Peinlicher Auftritt

Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel war schon mal mit diesem Problem konfrontiert: Beim Staatsbesuch letztes Jahr klatschte sie – wahrscheinlich ahnungslos – mit, als dieses Lied gespielt wurde.