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Madrid: Atemschutz, salonfähig

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Madrid: Atemschutz, salonfähig
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Das war ja nur eine Frage der Zeit: Modedesigner haben die Coronamasken entdeckt – und spielen damit.

Masken haben in Madrids Fashion Week (10-13 September, Sponsoren unter anderem Mercedes Benz, L´Oréal, Inditex, Amazon) eine zentrale Rolle gespielt. Das Publikum in der Halle trug sie ... und auch die Profis auf dem Laufsteg. Zum ersten Mal sponserte ein Maskenhersteller eine Modenschau. In Zusammenarbeit mit 4 spanischen Designern hat Mascarillas Bejar 15.000 modische Masken geliefert, um die Sicherheit der Öffentlichkeit am Veranstaltungsort zu gewährleisten.

Francisco Sans, Vizepräsident Mascarillas Béjar

"Wir haben gemerkt, dass wir etwas anders machen müssen. Die Masken werden uns bleiben und sind schon eine Ergänzung zu unserem Outfit, wie die Handtasche oder das Mobiltelefon."

HAUTE COUTURE, "MASKIERT"

Die Masken haben also ihren Weg in die Haute Couture-Kollektionen gefunden. Designer integrieren sie passend zu ihren neuesten Kreationen. Ion Fiz aus Katalonien zeigte eine Maskenlinie mit 13 verschiedenen Mustern.

Ion Fiz, Modedesigner:

"Die Leute wollen eine Maske, die zum Hemd passt oder eine Maske aus dem gleichen Stoff wie der Schal. Ich meine, Masken sind ein Kleidungsstück, das wir 24 Stunden bei uns haben, ein Teil unseres 'Looks', eine Ergänzung - und müssen auch eine persönliche Aussage sein."

Masken sind ein Teil unseres 'Looks'
Ion Fiz
Modedesigner

Es war eine ungewöhnliche Modewoche mit sehr begrenztem Publikum - wegen der Distanzierungsregeln. Die Organisatoren mussten die Veranstaltung neu planen, um das Ereignis überhaupt zu retten.

Nuria de Miguel, Direktor, Mercedes Benz Fashion Week Madrid:

"Wir hielten es für wichtig für die Modebranche und für Spanien, mit der Veranstaltung weiterzumachen, sobald wir alle Covid-19-Gesundheitsstandards erfüllen konnten. Die brauchen ihren Laufsteg, ihre Plattform und einen Ort, an dem sie ihre Arbeit präsentieren können."

Jaime Velázquez, Euronews, Madrid:

"Covid-19 hat die Modebranche hart getroffen. Der Gesamtumsatz in Spanien ist um 40 Prozent gesunken. Die Pandemie hat den Sektor gezwungen, sein Geschäftsmodell zu überdenken."

WENIGER LAUFSTEG, MEHR STUDIO

Models wechseln vom Laufsteg ins Studio. Wegen weniger Mode-Live-Events und weniger Kunden in den Bekleidungsgeschäften der Nobelboulevards investieren Marken zunehmend in den Aufbau ihrer Online-Präsenz ... auch beim Verkauf.

Alejandro Escohotado, Six Management, Model- und Talentagentur:

„Immer mehr Fotos entstehen für den E-Commerce. Viele Marken, die möglicherweise keine Models eingesetzt haben oder nur für einen winzigen Teil ihrer Kollektion - im Katalog sah man meist nur die Ware - wollen jetzt mehr Model-Fotos."

Da Covid-19 weiter rund um den Globus unterwegs ist, müssen wir uns wohl bis auf Weiteres an die Masken gewöhnen - gerade Spanien gilt nach wie vor als Risikogebiet. Aber die Pandemie wird die Mode nicht aufhalten, hoffen die Macher: Alles wird anders, aber die Show geht weiter.

Jaime Velázquez, su