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Wirtschafts-"Nobelpreis" 2020 für "Frequenzauktionen"

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Wer kann welche Frequenzen nutzen – etwa beim Ausbau der Mobilfunketze (5G) oder Rundfunkfrequenzen? Sie werden versteigert – und für die Entwicklung der Methoden haben zwei US-Wissenschaftler von der US-Eliteuniversität Stanford den sogenannten Wirtschafts-Nobelpreis bekommen.

Göran K. Hansson, Ständiger Sekretär der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften:

"Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hat heute beschlossen, den (Sveriges Riksbank-) Preis für Wirtschaftswissenschaften in Erinnerung an Alfred Nobel gemeinsam an Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson für Verbesserungen der Auktionstheorie und die Erfindung neuer Auktionsformate zu vergeben."

Auf herkömmliche Weise seien Dinge wie Radiofrequenzen schwer zu verkaufen, so das Nobelkomitee – abhängig vom Auktionsformat kann eine Spektrumsauktion zwischen einem Tag und mehreren Monaten dauern, vom Eröffnungsangebot bis zum endgültigen Gebot.

Auktionen sind wichtig, um Preise für Güter und Dienstleistungen in der Wirtschaft festzulegen - etwa bei Fischereirechten, im Handel von CO2-Emissionsrechten, bei Strompreisen sowie Start- und Landerechten an Flughäfen. «Jeden Tag werden mit ihnen astronomische Werte zwischen Käufern und Verkäufern bewegt. Sie haben Auswirkungen auf uns alle, vielleicht mehr, als wir denken», sagte der Vorsitzende des für den Wirtschaftsnobelpreis zuständigen Komitees, Peter Fredriksson. Hauskäufe, Strompreise und vieles andere würden von Auktionen beeinflusst.

Jeden Tag werden mit ihnen astronomische Werte zwischen Käufern und Verkäufern bewegt. Sie haben Auswirkungen auf uns alle, vielleicht mehr, als wir denken
Peter Fredriksson
Vorsitzender des für den Wirtschaftsnobelpreis zuständigen Komitees

Die Arbeit von Milgrom und Wilson ermögliche es, bessere Versteigerungen zu konzipieren, so Fredriksson. Sie hätten die Auktionstheorie an realistischere Umgebungen angepasst und mit ihrer Forschung erlaubt, völlig neue Auktionsformate zu erfinden. Davon profitierten Gesellschaften rund um den Globus.

Die beiden Stanford-Ökonomen hatten unter anderem das Design der ersten Spektrumsauktion in den USA entwickelt – 1993 war das.

Die Auszeichnung – kein „klassischer“ Nobelpreis, sondern von der schwedischen Zentralbank gestiftet - ist mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 960.000 Euro) dotiert.

Der Wirtschaftsnobelpreis wird erst seit Ende der 1960er Jahre verliehen. Er wird gemeinsam mit den anderen Preisen an Nobels Todestag, dem 10. Dezember, überreicht.

NOBEL-SAISON

2019 hatten Esther Duflo, Abhijit Banerjee und Michael Kremer den Wirtschaftsnobelpreis für ihre Verdienste im Kampf gegen die globale Armut ausgezeichnet erhalten. Duflo ist die bisher erst zweite Frau unter den Preisträgern in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften gewesen.

In der vergangenen Woche waren bereits die Nobelpreise in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur vergeben worden. Der Friedensnobelpreis ging in diesem Jahr an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen für seine Bemühungen im Kampf gegen den Hunger und seinen Beitrag zur Verbesserung der Bedingungen für den Frieden in Konfliktgebieten.

Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA) den Nobelpreis für Medizin für ihre Erforschung des Hepatitis-C-Virus erhalten.

Den Physik-Nobelpreis erhielten zur einen Hälfte der Brite Roger Penrose, zur anderen Hälfte an den deutschen Astrophysiker Reinhard Genzel vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching und die US-Forscherin Andrea Ghez. Sie wurden für ihre Forschung zu Schwarzen Löchern ausgezeichnet.

Die Französin Emmanuelle Charpentier und die US-Amerikanerin Jennifer Doudna hatten den Chemie-Nobelpreis für die Entwicklung der Genschere Crispr-Cas9 bekommen.

Zuletzt erhielt die gebürtige New Yorker Dichterin Louise Glück den Literatur-Nobelpreis.

su mit dpa