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Madrider stürmen Covid-Ruhezonen

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Madrider stürmen Covid-Ruhezonen
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Und “wo bleibt das Positive” (Erich Kästner 1930) in Covid-Zeiten? Ein Euronews-Reporter hat es in Spanien gefunden, ausgerechnet in der Nähe der schwer betroffenen Hauptstadt Madrid.

In den nördlichen Bergen der Region gibt es mehrere Städte, in denen bisher keine Infektionen aufgetreten sind. Dies könnte auch daran liegen, dass sie nicht stark besiedelt ist, die Häuser stehen nicht dicht an dicht.

NAVARREDONDA Y SAN MAMÉS

Javier lebt seit fünfzehn Jahren in Navarredonda y San Mamés. Er meint, dass seine Nachbarn die Regeln befolgt und so die Ausbreitung der Infektion verhindert haben. Angst bekamen sie dort erst, als die Kontaktsperre aufgehoben wurde und Besucher in die Gegend strömten.

Javier Casas aus Navarredonda y San Mamés:

"Sie mussten raus, sie durften sich in der Region bewegen, und wo fuhren sie hin? In die nächste Nachbarschaft, die bequemste, in einen schönen Ort wie dieses Dorf, das alle bezaubert. Aber sie kamen zu Hunderten, Hunderte von Menschen und Autos, und wir hatten ein bisschen Angst. Wir haben uns nicht einmal getraut, am Wochenende in die Bar zu gehen, weil wir uns nicht mit ihnen vermischen wollten."

ohne Arbeit gibt es auch keine Gesundheit
Francisco Javier Colmenarejo
Bauer

Javier ist oft in einem landwirtschaftlichen Betrieb. Sein Besitzer behauptet, das sei die älteste handwerkliche Käserei in der Region Madrid. Die Pandemie hat den Umsatz um rund 30 Prozent einbrechen lassen.

Francisco Javier Colmenarejo, Bauer:

"Am Anfang sagten sie 'niemand kommt, das ist der Ruin' und als die Leute dann doch rausgelassen wurden, hieß es 'verdammt, mal sehen, ob sie das Virus hier einschleppen‘. Ich gebe ja zu, dass Gesundheit sehr wichtig ist aber ohne Arbeit gibt es auch keine Gesundheit.“

Carlos Marlasca, Euronews:

„Trotz der Ankunft neuer Bewohner auf der Flucht vor der Pandemie schaffen es einige Städte im Nordosten der Region Madrid, das Coronavirus zu vermeiden. Jetzt, mit dem jüngsten Alarmzustand, werden wieder weniger Touristen aus der Hauptstadt kommen, mindestens für zwei Wochen.“

ROBLEDILLO DE LA JARA

Auch gleich nebenan, in RobledIllo de la Jara gab es keinen einzigen Fall von Covid-19. Zu weniger als hundert Einheimischen, so der Bürgermeister, kamen während der Pandemie rund vierzig neue Bewohner - und er überwachte die Gesundheit aller seiner Nachbarn.

Guillermo Crescente Garcia, Bürgermeister:

"Ich habe sie jede Woche angerufen, um zu sehen, ob sie etwas brauchen. Wir haben eine Weile geplaudert, da gibt es auch Witwen, die alleine sind und auch mal mit jemandem reden müssen."

Ziel ist nun, sich auch vor der zweiten Welle wegzuducken.

Carlos Marlasca, su