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Ökologische Weine aus Spanien: ein wachsender Trend

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Ökologische Weine aus Spanien: ein wachsender Trend
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Spanien ist einer der wichtigsten ökologischen Weinproduzenten in Europa. Immer mehr Winzer versuchen, im Einklang mit der Natur zu arbeiten. Sie lernen, die Zeichen des Bodens und seine Zyklen zu verstehen. Dass man dem Mondkalender folgt oder Insektenhotels baut, sind Beispiele dafür. Die Geheimnisse des biologischen und biodynamischen Weinbaus Thema in dieser Folge von "Here We Grow".

Biodynamischer Weinbau liegt im Trend

Die Euronews-Reporterin Cristina Giner ist in Kastilien: Ihre Reise führt zu den Appellationen Rueda, Ribera del Duero und Valdeorras. Dort schaut sie sich an, wie ökologische Weine hergestellt werden.

"Menade" ist eines von mehr als 1000 Bio-Weingütern in Spanien. Diese Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt und wächst weiter.

Richard Sanz und seine Brüder sind Winzer in der 6. Generation. Sie haben beschlossen, ihre Arbeit von Grund auf neu zu organisieren:

"Die einzige Zukunft, die wir haben, liegt in der Rückkehr zum Ursprung. Unsere Philosophie ist es, so viel wie möglich mit natürlichen Produkten zu arbeiten. Wir Menschen haben die Produktionskette der Biodiversität zerstört. Unsere Mission ist es, sie wiederaufzubauen", sagt der Winzer.

Die Winzer haben einen Bauernhof, ein Insektenhotel und einen Bestäubergarten gebaut. Von ihren Vorfahren haben sie umweltfreundliche Praktiken übernommen. Richard Saenz zeigt der Reporterin sein Gut, er erklärt:

"Gerade säen wir Hülsenfrüchtler aus. Sie versorgen den Boden mit Stickstoff, dann müssen wir nicht mehr mit chemischen Produkten düngen."

Pflanzen-Aufgüsse, Mikroalgen oder Molke werden zur Vorbeugung gegen Schädlinge verwendet. Dieser Ansatz des (möglichst) geringen Eingriffs in die Natur gilt auch nach der Traubenlese - dem Wein wird keine Hefe zugesetzt:

"Viele Sinnesreize, Ausgewogenheit, vielfältige Weine, Überraschungen – unser Prozess der Weinproduktion hat das Ziel, zum Ursprung zurückzukehren", erklärt Richard Sanz.

Exklusiver Rotwein aus Ribera del Duero

In Ribera del Duero gibt es die Geheimnisse eines der exklusivsten biodynamischen Rotweine Spaniens zu entdecken. Peter Sisseck, ein dänischer Winzer, der sich vor Jahrzehnten in Spanien niedergelassen hat, produziert auf seiner Bodega Dominio de Pingus einen der besten Weine des Landes. Das Geheimnis: biologisch-dynamischer Anbau, ein ganzheitlicher und nachhaltiger Ansatz bei der Weinproduktion unter ausschließlicher Verwendung natürlicher Materialien und in Harmonie mit den Mondzyklen:

"Mond- und Jahreszeitenzyklen haben einen großen Einfluss auf den Wein. Sowohl beim Abstich des Mostes als auch bei der Wein-Abfüllung in Flaschen versuchen wir, die Mondphasen so weit wie möglich zu respektieren", so der Winzer.

Der ganzheitliche Ansatz hört damit nicht auf. Nach der Gärung und dem Keltern werden die Trauben getrocknet und zu Kompost verarbeitet: "Das Wichtigste ist, dass Hefen und Bakterien aus dieser Gärung im Kompost sind. Wenn er in den Weinberg ausgebracht wird, schaffen wir einen Kreislauf zwischen Weinkellerei und Weinberg", so Peter Sisseck.

Der Winzer verkostet seinen Wein während der Gärung jeden Tag: So kreiert er seinen eleganten „Pingus“-Rotwein – der zu den "besten und eindrucksvollsten Weinen" gehört, laut dem Urteil des berühmten Weinkritikers Robert Parker.

Weißwein aus dem kargen Boden Valdeorras

An der Grenze zum Weinbaugebiet Ribeira Sacra, in einer Landschaft aus Granit und Terrassen, trifft die Reporterin in Valdeorras Rafael Palacios, einen Winzer aus La Rioja. 2004 gründete er sein Weingut in dieser Region: das Terroir und die weiße Rebsorte Godello zogen ihn an:

"Das sind 100 Jahre alte Godello-Reben, die auf Granitböden in einer Höhe von etwa 700 Metern im Bolo-Gebiet angebaut werden", erklärt Palacios stolz. "Dort gibt es ein besonderes Mikroklima, das durch geoklimatische Faktoren geprägt ist, die diese Weine so besonders machen."

100 Jahre alte Rebstöcke, die auf kargen Böden wachsen und sorgfältig nach biodynamischen Prinzipien kultiviert werden, so der Winzer: "Dieser sogenannte 500er-Dünger ist im Grunde ein Kuhkompost, den wir hier energetisieren und dann den Weinberg damit bestäuben, um dem Boden Energie zur Regeneration und Reaktivierung zu liefern."

Auf höher gelegenen Flächen brauchen die Trauben länger zum Reifen. Die Godello-Trauben gären in französischen Eichenfässern: Aromen von Apfel, frischem Obst und Holz, die sich zu Fenchel entwickeln sowie ein mineralischer Geschmack sind die Merkmale dieses außergewöhnlichen Terroirs.