Eilmeldung
This content is not available in your region

Tschernobyl und die Folgen: Besuch in der Sperrzone

euronews_icons_loading
Tschernobyl und die Folgen: Besuch in der Sperrzone
Copyright  euronews
Schriftgrösse Aa Aa

Am 26. April 1986, vor fast 34 Jahren, kam es in Tschernobyl zum GAU: In Block 4 des Atomkraftwerks vollzog sich eine vollständige Kernschmelze, der größte Unfall in der Geschichte der Atomenergie. Das Kraftwerk steht in der Ukraine, nahe der Grenze zu Weißrussland. Die Gegend wurde hochgradig verstrahlt. Viele Menschen flohen oder wurden aus der Region evakuiert. Einige sind geblieben oder in ihr Heim zurückgekehrt.

"Mein Mann hat einen hellen Blitz gesehen, er arbeitete als Kranführer. Er achtete nicht besonders darauf, da es solche Blitze oft gab. Aber später spürte er ein Kitzeln im Hals, und sein Mund war trocken. Er erzählte seinen Freunden, dass er sich nicht gut fühlte. Sie meinten, er solle Wodka trinken. Also trank er. Am nächsten Morgen kamen Ärzte mit einem Geigerzähler und maßen die Strahlung der Schilddrüse. Sein Strahlungsniveau war sehr hoch", erzählt die 82-jährige Walentina Kukharenko.

Sie blieb in ihrem Haus. Es liegt in der heutigen Tschernobyl-Sperrzone: Dort ereignete sich am 26. April 1986 die schlimmste Atomkatastrophe in der Geschichte der Menschheit.

Vollständige Kernschmelze in Tschernobyl

An diesem Tag brach im vierten Reaktor des Kernkraftwerks Tschernobyl ein Feuer aus, infolge dessen die gesamte Region verstrahlt wurde. Wolken trugen radioaktive Partikel über ganz Europa.

Direkte Anwohner wurden sofort evakuiert. Ein Sperrgebiet mit einem Radius von 30 Kilometern wurde eingerichtet.

Die Tragödie kostete mindestens 31 Menschen das Leben, Tausende weitere starben an der Strahlenbelastung und Krebs. Hunderte Quadratmeter Boden und Gewässer wurden verseucht. Pripiyat ist heute eine Geisterstadt.

Einige Menschen kehrten in das verlassene Land zurück. 130 bis 180 vor allem ältere Menschen leben dort seit Jahrzehnten, obwohl das Leben in der Sperrzone nach ukrainischem Recht verboten ist. Professor Sergey Zibtsev von der Nationalen Universität für Lebens- und Umweltwissenschaften der Ukraine ist davon überzeugt, dass der Boden um Tschernobyl noch immer verseucht ist.

"Gegenwärtig sind die Menschen auch außerhalb der Sperrzone stark der Strahlung ausgesetzt, vor allem die Dorfbewohner, denn das alles ist auch 30 Jahre nach der Explosion noch immer gefährlich für die Umwelt", sagt Professor Sergey Zibtsev von der Nationalen Universität für Lebens- und Umweltwissenschaften der Ukraine. "Die Regierung muss riesige Investitionen tätigen, um die Menschen zu schützen, Hunderttausende von Menschen, die außerhalb der Sperrzone leben."

Hoffnung auf langfristige Erholung

Viele Wissenschaftler sind der Meinung, dass sich das Ökosystem langfristig erholen wird. Der 82-jährige Evgeny Markevich wurde zwar nach der Katastrophe evakuiert, ist aber in sein altes Zuhause zurückgekehrt. Er sagt:

"Der menschliche Körper passt sich an alles an, er gewöhnt sich daran und alles wird normal. Es ist 34 Jahre her, richtig, in einem Monat werden es 34 Jahre sein. Die Zeit heilt alle Wunden."