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Wohnen in Tschernobyl: Strahlung egal, Hauptsache Heimat

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Wohnen in Tschernobyl: Strahlung egal, Hauptsache Heimat
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Die Häuser in Tschernobyl stehen seit der Atomkatastrophe 1986 leer, doch eines inmitten der verlassenen ist bewohnt.

Jewgeni Markewitsch lebt hier mit seinem Hund und seiner Frau. Und zwar schon lange.

Kurz nach dem Unglück zog er schon hierher zurück, zunächst allein, denn es war gar nicht so leicht, zu seinem alten Haus zurückzukehren: "Ich musste Guerilla-Taktiken anwenden, um mich hierher durchzuschlagen. Bis ich es durch diese Wälder da geschafft hatte, Wenn man etwas wirklich will, dann kann einen keiner davon abhalten."

Verstrahltes Land um die Atomruine. Leere Häuser. Warnschilder. Das Unglück gilt als die größte Atomkatastrophe der zivilen Nutzung der Kernkraft.

Markewitsch: "Überall sind hier die Sicherheitsregeln angeschlagen. Man muss sie nur befolgen. Irgendwann bekommt man aber mit Sicherheit eine Dosis Strahlung ab, das ist ganz klar, aber im Großen und Ganzen finde ich, sind wir hier in Sicherheit."

Markewitsch baut Salat, Gurken und anderes Gemüse an und lässt es immer wieder testen. Innerhalb der Grenzwerte seien die Ergebnisse, sagt der 85-Jährige.

Experten gehen davon aus, dass die Strahlung in dem Gebiet noch Hunderte Jahre so stark sein wird, dass Menschen hier nicht leben sollten. Doch Markewitsch sagt: "Es ist eine unglauliche Freude, wenn man in seine Heimat zurückkehren kann. Natürlich wird es leider nie mehr, so wie es war."

350.000 Menschen in dem Gebiet um das AKW wurden damals evakuiert, Gut 200 - so schätzt man - sind wieder da.