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Covid-19 Lockdown: Europa fährt runter

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Covid-19 Lockdown: Europa fährt runter
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Seit Montag befindet sich Deutschland in einem Teil-Lockdown - und das für mindestens vier Wochen. Bars, Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sollen geschlossen bleiben, um den Anstieg der Covid-19-Neuinfektionen einzudämmen.

Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln: In den meisten Bundesländern dürfen nur noch zwei Haushalte zusammenkommen - teils gilt das sogar für Treffen in den eigenen vier Wänden.

Deutsche Krankenhäuser rechnen schon bald mit einem neuen Höchststand an Intensivpatienten. Die Kontaktbeschränkungen sollen eine Überlastung verhindern.

Viele haben vor dem Lockdown am Wochenende noch ein letztes Bier in ihrer Lieblingsbar genossen, so wie die 22-jährige Luisa und ihr Freund Mauris. Luisa: "Es ist traurig, weil wir lieben es einfach draussen zu sein und Kaffee zu trinken, aber wir verstehen es natürlich auch. Wenn es ein Monat es, ist es ok, man macht es eben, weil es für eine kurze Zeit auch das Richtige ist."

Mauris: "Ich habe auf jeden Fall Verständnis für die Maßnahmen, kann aber gleizeitig auch die Kritik verstehen, weil gerade wenn man auf die Veranstaltungsbranche guckt, auch Kinos, Freizeitangebote, wo teilweise keine Infektion nachgewiesen werden, warum die dann schließen müssen, das ist ein bisschen ärgerlich, und natürlich auch in der Gastro."

Kritik an Lockdown reißt nicht ab

In der von der Corona-Krise besonders schwer getroffenen Veranstaltungs- und Kulturbranche sowie Gastronomie herrscht großer Unmut über die neuen Regeln. Viele bangen um ihre Existenz. Neben den bereits laufenden Wirtschaftshilfen soll ein zusätzliches Paket von bis zu zehn Milliarden Euro Umfang den Betrieben und Selbstständigen helfen, die nun im November keinen Umsatz machen können. Juristen rechnen dennoch mit einer Klagewelle.

Der FDP-Tourismusexperte Marcel Klinge kritisierte in der Augsburger Allgemeinen die Schließung von Gaststätten und Hotels. Die pauschale Schließung wäre der Super-GAU für alle Anbieter von touristischen Leistungen und die Corona-Hilfen von Finanzminister Olaf Scholz seien "nichts anderes als Schweigegeld", sagte er.

Frankreich weist Supermärkte an, nur Lebensmittel zu verkaufen

Frankreich ist bereits in seinem zweiten Lockdown, doch strittige Punkte werden immer noch nachverhandelt.

Nach Beschwerden kleinerer Geschäfte, die schließen mussten, hat Ministerpräsident Jean Castex die Supermärkte angewiesen, ihre Bereiche ohne Lebensmittel zu schließen.

In einem Fernsehinterview erklärte Jean Castex: "Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, ich habe das verstanden. Ich verstehe, dass wenn wir manche Produkte, Blumen, Bücher, nicht mehr in den kleinen Geschäften, wohl aber in den Supermärkten kaufen können, dass das die Leute verärgert."

Belgien ist zu einem der am stärksten betroffenen Länder geworden

Auch Belgien schließt seine Geschäfte. Nicht notwendige Einzelhandelsgeschäfte mussten dicht machen, ebenso solche, die einen engen Kontakt erfordern, wie Friseure.

Innerhalb der Europäischen Union gehört Belgien zu den Ländern mit den meisten registrierten Infektionen im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße.

Die Zahl der Menschen, die mit einer Covid-19-Infektion in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, war zuletzt innerhalb einer Woche um 77 Prozent gestiegen.

Englische Regierung kündigt schon mögliche Lockdown-Verlängerung an

Auch England bereitet sich auf einen Lockdown vor.

Noch bevor der am Donnerstag in Kraft treten soll, hat die Regierung angekündigt, dass er wahrscheinlich länger andauern könnte als geplant - über den 2. Dezember hinaus.