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Brasilien: Drei Fußballfelder Regenwald verschwinden – pro Minute

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Brasilien: Drei Fußballfelder Regenwald verschwinden – pro Minute
Copyright  Andre Penner/AP
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So viel Amazonas-Regenwald wurde in Brasilien seit 12 Jahren nicht zerstört: Nach offiziellen Angaben der für die Überwachung des Regenwaldes zuständigen Weltraumbehörde (Inpe) wurden zwischen Juli 2019 und August 2020 mehr als 11.000 (11,088) Quadratkilometer abgeholzt. Diese Fläche entspricht der doppelten Ausdehnung der Stadt Rio de Janeiro oder drei Fußballfeldern - pro Minute - 9,6 Prozent mehr als im vorangegangenen Zwölfmonatszeitraum.

ZWÖLFJAHRESREKORD

Hamilton Mourao, Brasiliens Vizepräsident:

"Unsere Voraus-Schätzung war noch negativer als dieses Ergebnis. Wir hatten mit 20% mehr Entwaldung als im Vorjahr gerechnet. Die Zahl der Raumfahrtagentur ist aber kein Grund zum Feiern. Im Gegenteil, wie gesagt. Wir wollen keine illegale Abholzung im Amazonas. Dafür kämpfen wir."

WELTKLIMA BRAUCHT DEN REGENWALD

Weil der Regenwald im Amazonasgebiet immense Mengen CO2 binden kann, hat er für das Weltklima große Bedeutung. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro sieht in der Region allerdings vor allem ungenutztes wirtschaftliches Potenzial und will noch mehr Flächen für Landwirtschaft, Bergbau und Energiegewinnung erschließen. Internationale Kritik an seiner Umweltpolitik verbittet er sich als Einmischung in innere Angelegenheiten.

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat einen Fonds vorgeschlagen, um die Zerstörung des Regenwaldes zu stoppen.

GRÜNE KRITIK

«Die Entwicklungsvision der Bolsonaro-Regierung für das Amazonasgebiet führt uns zurück in die Vergangenheit, mit Entwaldungsraten, die seit 2008 nicht mehr erreicht wurden», sagte Cristiane Mazzetti von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. «Es handelt sich um eine rückwärts gewandte Vision, die die meisten Brasilianer nicht anspricht und nicht den Anstrengungen gerecht wird, die zur Bewältigung der Klimakrise erforderlich sind.»

su mit dpa