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Russische Doping-Sperre halbiert: "Sieg des gesunden Menschenverstands"

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Russland darf zwei Jahre lang nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen
Russland darf zwei Jahre lang nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen   -   Copyright  Pavel Golovkin/Copyright 2017 The Associated Press. All rights reserved.
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Die Sportrichter haben in einem Berufungsverfahren eine zweijährige Olympia-Sperre für Russland verhängt und damit die zuvor festgesetzte Sperre halbiert.

Russland wird von den Sommerspielen 2021 in Tokio und von den Winterspielen 2022 in Peking ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof Cas in Lausanne halbierte am Donnerstag in seinem Urteil zum Berufungsverfahren die von der Welt-Anti-Doping-Agentur verhängte Vierjahressperre.

Im Dezember 2019 hatte das Exekutivkomitee der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada Russland für vier Jahre weitgehend aus dem Weltsport verbannt. Russland hatte Einspruch gegen die Sanktionen eingelegt.

Durch das Urteil im Berufungsverfahren bleibt Russland für die Sommerspiele in Tokio im kommenden Jahr und auch für die Winterspiele 2022 in Peking gesperrt. Als "unbelastet" eingestufte Sportlerinnen und Sportler dürfen aber bei Großereignissen als neutrale Athletinnen und Athleten antreten. Der TV-Journalist und Dopingexperte Hajo Seppelt, einst federführend an den Aufdeckungen der russischen Manipulationen beteiligt, bezeichnete die Reduzierung der Sperre als unbegründet.

Die Welt-Dopingagentur Wada hatte Russland vor gut einem Jahr mit einer Vier-Jahressperre wegen der Manipulation von Doping-Daten belegt.

"Sieg des gesunden Menschenverstands"

Die Wada sah als erwiesen an, dass die russische Anti-Dopingagentur Rusada in den Jahren 2012 bis 2015 Daten vor der Weitergabe an die Wada manipuliert und gefälscht hatte. Der Sportbetrug zahlreicher Athleten und Athletinnen sei mit Hilfe des russischen Staates gelenkt und vertuscht worden.

Als weitere Konsequenz des Berufungsurteils des Cas darf sich Russland bis zum 16. Dezember 2022 nicht für die Austragung von sportlichen Großereignissen wie Weltmeisterschaften bewerben. Bereits nach Russland vergebene Wettbewerbe müssen woanders ausgetragen werden. Einer Teilnahme russischer Atheletinnen und Athleten an Olympia 2024 in Paris steht nach der Cas-Entscheidung nichts mehr im Weg.

Theoretisch könnte die Wada das Berufungsurteil noch vor dem Schweizer Bundesgericht anfechten. Dies zeichnete sich aber in den ersten Reaktionen der Wada nicht ab. Wada-Präsident Witold Banka erklärte, er sei zwar enttäuscht über die Verkürzung der Vier-Jahressperre, gleichzeitig aber auch erfreut über die Einschätzung der Cas-Richter hinsichtlich der Unrechtsbewertung.

Die Rusada begrüßte das Cas-Urteil als Sieg des gesunden Menschenverstandes. Es beweise eine vernünftige Haltung gegenüber sauberen Sportlern, erklärte Rusada-Interimschef Michail Buchanow.