Filmfestivals in Covidzeiten

Filmfestivals in Covidzeiten
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Von Frédéric PonsardSabine Sans
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Das Undenkbare geschah: Die Croisette in Cannes blieb leer, nur eine Auswahl der für das Festival ausgewählte Filme wurden später vor kleinem Publikum gezeigt.

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Viele Frauen haben sich auf der diesjährigen Berlinale getummelt: Dame Helen Mirren war dort zusammen mit Elle Faning, begleitet von Javier Bardem. Paula Beer gewann den Silbernen Bären als beste Schauspielerin für ihre Rolle in 'Undine'. Die iranische Schauspielerin Baran Rasoulof reiste an, um den Goldenen Bären im Namen ihres Vaters Mohammad entgegenzunehmen. Der Regisseur durfte den Iran nicht verlassen:

"Es sind viele gemischte Gefühle, Traurigkeit, Glück, Aufregung, aber alles in allem bin ich sehr glücklich, glücklich für meinen Vater und glücklich, dass wir die Chance bekommen haben, einen so erstaunlichen, besonderen Preis zu erhalten", so Baran Rasoulof.

Rasulofs Film "Doch das Böse gibt es nicht" beschreibt in vier Episoden, die lose miteinander verknüft sind, wie Menschen im heutigen Iran mit der Todesstrafe konfrontiert werden.

Cannes fiel aus

In Cannes passierte dieses Jahr das Undenkbare: Die Croisette blieb leer, das Filmfestival wurde wegen der Pandemie abgesagt. Es gab keinen Filmmarkt in Cannes, keine Stars, keinen roten Teppich – alles was blieb, war nur ein leerer Saal. Im Juli wurde eine Liste der offiziellen Auswahl veröffentlicht, und im Oktober gab es einige Vorführungen in Cannes. Der Direktor der Filmfestspiele Thierry Frémaux:

"Wir wollten die Festspiele nicht ganz ausfallen lassen, deshalb sind wir hier, um das Publikum in Cannes zu treffen und trotz allem diese Leinwand lebendig werden zu lassen sowie dafür zu sorgen, dass dieses Jahr Filme aus der offiziellen Auswahl im Grand Palais des Festivals gezeigt werden."

Filmfestspiele in Venedig zwischen zwei Lockdowns

Die Filmfestspiele von Venedig fanden zwischen zwei nationalen Lockdowns statt, mit wenigen Zuschauern und vielen Corona bedingten Einschränkungen. Es kamen nur sehr wenige Stars. Die chinesische Regisseurin Chloe Zhao gewann den Goldenen Löwen für ihren Film mit Frances McDormand in der Hauptrolle, der das Leben einer obdachlosen Nomadin schildert.

"Nomadland" kommt 2021 in die Kinos.

Das Filmfestival San Sebastian feiert eine Newcomerin

Wenige Wochen später, Ende September, konnte das Filmfestival von San Sebastian stattfinden. Einige ursprünglich für Cannes ausgewählte Filme wurden dort gezeigt. Eine junge bis dahin unbekannte georgische Regisseurin wurde für ihren ersten Film "Beginning" mit der Goldenen Muschel ausgezeichnet.

Regisseurin Dea Kulumbegashvili meint: "Bei einem Erstlingsfilm ist alles neu, aber besonders in diesem Jahr mit COVID ist es die erste physische Erfahrung, den Film hier zusammen mit Publikum zu sehen, das alles ist so seltsam..."

Der religionskritische Film kommt demnächst in die Kinos.

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