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Wegen russischer Flugzeuge: 400 Alarmstarts von Nato-Kampfjets im Baltikum

F-22 Raptor-Kampfjets der U.S. Air Force stehen nach der Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Siauliai, etwa 230 km östlich der litauischen Hauptstadt Vilnius,27.04.2016
F-22 Raptor-Kampfjets der U.S. Air Force stehen nach der Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Siauliai, etwa 230 km östlich der litauischen Hauptstadt Vilnius,27.04.2016   -   Copyright  Mindaugas Kulbis/AP
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Insgesamt 400 Alarmstarts hat es 2020 für die Kampfflugzeuge der Nato gegeben, davon wurden 350 wegen russischer Flugzeuge gestartet. Aus Kreisen der Nato heißt es, dass russische Militärflugzeuge selten mit Fluglotsen kommunizierten oder ihre Position und Höhe bekannt geben würden. Für zivile Flüge stelle ein solches Verhalten ein potenzielles Risiko dar.

Ein Alarmstart heißt, dass die Nato-Kampfjets innerhalb weniger Minuten abheben müssen. Damit soll die mögliche Gefahr, die von einem verdächtigen Militärflugzeug ausgeht, rechtzeitig erkannt werden und - notfalls mit Gewalt gestoppt werden. In der Nato werden die meisten Einsätze wegen russischer Flugzeuge geflogen, selten geht es um Militärmaschinen anderer Länder oder nicht eindeutig identifizierbare Passagier- oder Frachtmaschinen.

Von der Bundeswehr sind bis zu sechs deutsche Eurofighter im estnischen Ämari stationiert, auch sie sind im Rahmen der Luftraumüberwachung der Nato im Baltikum im Einsatz. Seit 2014 - nach dem Beginn des Ukraine-Konflikts - wird dort auf Wunsch der Nato-Partner Estland, Lettland und Litauen, verstärkt der Luftraum kontrolliert.

"In den vergangenen Jahren haben wir eine zunehmende russische Militärflugtätigkeit an den Grenzen des Bündnisses erlebt", kommentierte Nato-Sprecherin Oana Lungescu. Das "Air Policing" sei ein wichtiger Bestandteil des Sicherheitskonzeptes für die Bündnisstaaten.