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Nord Stream 2: US-Senatoren drohen Sassnitz mit "vernichtenden" Sanktionen

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Rohre für die Pipeline Nord Stream 2 lagern auf Rügen
Rohre für die Pipeline Nord Stream 2 lagern auf Rügen   -   Copyright  Stefan Sauer/AP
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Drei US-Senatoren der Republikanischen Partei (Tom Cruz/Texas, Tom Cotton/Arkansas und Ron Johnsin/Wisconsin) haben schwere Geschütze gegen den deutschen Osteehafen Sassnitz-Mukran aufgefahren.

In einem dreiseitigen Brief drohen sie Mitarbeitern des Drehkreuzes auf Rügen mit Sanktionen, weil die Hafengesellschaft Fährhafen Sassnitz GmbH wissentlich Güter, Dienstleistungen und Unterstützung für das Projekt Nord Stream 2 bereitstelle.

Die umstrittene Pipeline soll künftig Erdgas von Russland durch internationale Gewässer bis nach Lubmin in Mecklenburg Vorpommern befördern.

Doch die USA stellen sich quer und haben am Bau beteiligte Firmen wie Gazprom bereits mit Sanktionen bestraft. Allen Mitarbeitern der Hafengesellschaft drohen die US-Senatoren mit "vernichtenden" juristischen und wirtschaftlichen Sanktionen, darunter die Beschlagnahme von Eigentum und Einreiseverbote.

Hintergrund des US-Vorgehens ist wohl auch, dass die USA um den Absatz von Flüssiggas in Europa bangen.

Letztes Teilstück vor der Vollendung

Im Hafen Sassnitz-Mukran stapeln sich gewaltige Mengen von Stahlrohren, die für die letzten 150 Kilometer der Leitung gebraucht werden.

Für die Verlegung steht dort ein russisches Spezialschiff bereit, auch ein Wohnschiff für Arbeiter liegt vor Anker.

Mehrere deutsche Politiker, darunter Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig, wiesen die US-Drohungen scharf zurück. Die deutsche Bundesregierung erklärte, man habe das Schreiben der Senatoren zur Kenntnis genommen. Sassnitz liegt im Wahlkreis von Bundeskanzlerin Angela Merkel.