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Papst verlängert heiliges Jakobusjahr bis 2022

Papst verlängert heiliges Jakobusjahr bis 2022
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In Santiago de Compostela steht das Heilige Jakobusjahr 2021 im Schatten von Corona, an Besucherrekordzahlen ist gegenwärtig nicht zu denken.

Doch der Kälte und der Pandemie zum Trotz kamen doch einige Gläubige zum Auftakt des Heiligen Jahres, der zeremoniellen Öffnung der heiligen Pforte in der Kathedrale. Sie wird nur in den Jahren geöffnet, wenn der Jakobustag, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt.

Wer die Kathedrale, wo der Überlieferung zufolge der Apostel Jakobus bestattet ist, durch die Heilige Pforte betritt, soll von allen Sünden gereinigt werden.

Wegen der Corona-Pandemie hat Papst Franziskus das Heilige Jakobusjahr nun überraschend bis 2022 verlängert, damit die Pilger vom Jakobsweg noch länger die Möglichkeit haben, die Pforte an ihrem Ziel zu durchschreiten.

"Wir freuen uns sehr, der heilige Vater hat damit unsere Arbeit hier gewürdigt. Wir empfangen seit so vielen Jahren hier in der Kathedrale von Santiago Pilger aus der ganzen Welt, im letzten Jahr aus insgesamt 183 Ländern", begrüßt der Dekan der Kathedrale die Entscheidung des Papstes.

Und auch die Gläubigen freuen sich darüber:

"Wegen dem Thema Corona scheint mir das sehr gut zu sein. Es ist eine gute Idee, damit die Leute den Ort hier sicherer besuchen können", so Ana.

"Ich finde es großartig und außerdem ist es ein Akt der Gerechtigkeit. Wegen all der Dinge, die passieren, ist das nur fair", meint Fermin.

"Nun, vielleicht geht es dabei mehr um wirtschaftliche Fragen, als um den Glauben", bemerkt Carmen.

Nach einem monatelangen Lockdown und dem Coronabedingten Einbruch der Besucherzahlen, kommt die Entscheidung des Papstes natürlich auch den Betreibern von Pilgerherbergen und Hotels, sowie Gastronomen auf dem berühmtesten Pilgerweg Europas zugute.

"Wir unterstützen uns gegenseitig, wir haben viele Kunden aus Santiago, aber keine Touristen... Santiago ist eine Touristenstadt, ohne Tourismus stirbt sie", erklärt die Restaurant-Managerin Ana Cabanas.

"Dies ist sehr wichtig für unseren Sektor, sowohl in spiritueller Hinsicht, als auch für die Wirtschaft des Landes. Überall, wo der Jakobsweg entlang geht, hat dies für ein Aufatmen gesorgt. Wir sollten uns auch daran erinnern, dass der Jakobsweg immer ein Symbol für die europäische Verbundenheit war, wie wir sie heute kennen", sagt José Manuel Bello, Präsident der Einzelhandelsvereinigung von Compostela.

Wegen der Coronapandemie ging die Zahl der Pilger, die zur Grabstätte des heiligen Jakobus in der Kathedrale von Sanitago wanderten im Jahr 2020 um 84,5% zurück. 70% derjenigen, die den Jakobsweg machten, waren Spanier. (Quelle: Oficina del Peregrino)

Im Jahr 2019 war noch eine Rekordzahl von Pilgern auf dem Jakobsweg registriert worden, fast 350 000 Menschen erhielten ihre Pilgerurkunde, 45% kamen aus anderen Ländern, neben zahlreichen Amerikanern begingen auch wieder besonders viele Deutsche, Italiener, Portugiesen und Franzosen den Weg.

Der spanische Jakobsweg ist zwar wieder auf Pilger vorbereitet und auf dem etwa 800 Kilometer langen Weg durch Nordspanien stünden nun alle 25 Kilometer sichere Unterkünfte für Wanderer zur Verfügung. Doch die Herbergen mussten die Zahl ihrer Übernachtungsplätze jeweils um 50 bis 70 Prozent reduzieren, um das Einhalten von Mindestabständen zu ermöglichen.

Die Pilger müssen ihren Rucksack und die Schuhe beim Betreten der Herbergen desinfizieren, sollten einen eigenen Schlafsack und möglichst auch Essgeschirr dabei haben, betonte die Vereinigung der Gemeinden des Jakobsweges.

Die päpstliche Verlängerung des Heiligen Jakobusjahres bis 2022 soll nun ermöglichen, dass sich der Betrieb auf dem berühmtesten Pilgerweg Europas von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen kann und sich die Jakobspilger nicht unter Druck gesetzt fühlen, baldmöglichst in ungewissen Zeiten aufzubrechen.

Journalist • Julika Herzog