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Flashmobs gegen Fernunterricht: "Lasst uns zurück in die Schule"

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Flashmobs gegen Fernunterricht: "Lasst uns zurück in die Schule"
Copyright  Marco Alpozzi/LaPresse via AP
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"Lasst uns wieder in die Schule": Unter diesem Motto gehen in Italien landesweit Jugendliche auf die Straße. Der Schulstart nach den Weihnachtsferien war eigentlich für 7. Januar geplant, doch er wurde zweimal nach hinten verschoben – erst auf 11. Januar, dann auf 21. Januar.

Flashmobs landesweit: "Unterricht" auf der Straße

Viele Schüler und Lehrer haben die Ungewissheit satt. Mit Flashmobs in Städten wie Florenz und Mailand fordern sie ein Ende des Fernunterrichts oder zumindest klare Ansagen der Regierung.

Die Philosophielehrerin Gloria Ghetti gehört zu den Organisatorinnen der Bewegung. Um ein Zeichen zu setzen, hat sie ihr Klassenzimmer "besetzt". Sie kritisiert, dass Geschäfte während der Adventszeit bis nachts öffnen durften, während Schulen wieder dicht gemacht wurden.

"Schule ist nur wirklich Schule, wenn sich Lehrer und Schüler begegnen", so Ghetti. "Und das kann nicht über einen Bildschirm funktionieren. Wir wollen wieder von Angesicht zu Angesicht lehren und lernen. Ich habe Kontakt zu vielen Menschen, die das denken. Wir haben eine Petition gestartet und andere Formen des Protests, wie Flashmobs oder Sitzstreiks. Wir alle wünschen uns, dass wir wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren können – und zwar dauerhaft mit den nötigen Schutzmaßnahmen.“

"Save the Children": Mehr Schulabbrecher wegen Corona

In keinem anderen europäischen Land waren die Schulen insgesamt so lang pandemiebedingt geschlossen wie in Italien. Eine Umfrage von „Save the Children“ zeigt: Das hat negative Folgen für viele Schüler.

Die Zahl der Schulabbrecher ist deutlich gestiegen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass etwa 34.000 Schüler bis Ende des Schuljahres das Schulsystem verlassen könnten. Zudem beklagen viele Schüler technische Probleme beim Fernunterricht und Konzentrationsschwierigkeiten.

Italien teilt Land wieder in Corona-Zonen ein

Italien kündigte heute an, wegen der steigenden Corona-Zahlen ab kommender Woche das Land wieder in unterschiedliche Zonen einzuteilen. Damit werden je nach Infektionslage wieder unterschiedliche Regeln für die Menschen gelten. Schulen bleiben aber wohl landesweit vorerst geschlossen.

Die nördlichen Regionen Emilia Romagna, die Lombardei und Venetien sowie Sizilien und Kalabrien im Süden fallen ab Montag in die orangefarbene Zone. In ihnen gelten dann strengere Regeln als im Rest des Landes, der in die gelbe Zone eingeteilt werden soll.

Konkret bedeutet das für die Menschen in den orangefarbenen Zonen etwa, dass Bars und Restaurants geschlossen bleiben und nur Essen zum Mitnehmen verkaufen dürfen. Der Bewegungsradius ist auf die Kommune beschränkt. Darüber hinaus hat die Regierung des Landes mit rund 60 Millionen Einwohnern noch bis zum 15. Januar Reisen zwischen allen Regionen untersagt.