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"Es geht nur gemeinsam": Jens Spahn verteidigt europäischen Weg bei der Impfkampagne

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Deutscher Gesundheitsminister Jens Spahn
Deutscher Gesundheitsminister Jens Spahn   -   Copyright  Michael Sohn/AP
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In einer Regierungserklärung hat der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn die deutsche und europäische Impfstrategie verteidigt.

"Kein Land, keine Partei, keine Regierung kann allein dieses Virus besiegen, es geht nur gemeinsam", sagte Spahn, und lobte auch den unermüdlichen Einsatz von Pflegekräften und medizinischem Personal, auch nach dem Impfstart. Die größte Impfkampagne des Landes sei erfolgreich angelaufen, in den kommenden Monaten werde daran arbeiten, den Impfprozess zu optimieren.

"Wirtschaftlich werden wir erst wieder auf die Beine kommen, wenn Europa zusammenhält"

Er appellierte zugleich an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Das Virus könne nur mithilfe der Bevölkerung besiegt werden, in ganz Europa. "Wir krempeln zusammen die Ärmel hoch, um diese Pandemie zu besiegen", so Spahn und verteidigte das gemeinsame europäische Vorgehen: "Es ist richtig, dass wir europäisch handeln." Wirtschaftlich werde man erst wieder auf die Beine kommen, wenn Europa zusammenhält. Er äußerte Stolz über das gemeinsame europäische Vorgehen in der Corona-Krise, auch wenn er einräumte, dass es "ruckelt" beim "Start der größten Impfkampagne Europas".

Der Kritik, dass ein Impfstoffmangel bestehe, widersprach Spahn. Die Regierung habe genügend Impfstoff für alle Deutschen bestellt. Er betonte, dass der Bund die Mainzer Firma Biontech schon Mitte des vergangenen Jahres mit 400 Millionen Euro Forschungsgeldern unterstützt habe. Nun gehe es vorrangig darum, die noch begrenzten Produktionskapazitäten zu erhöhen. Das Unternehmen könne möglicherweise schon im Februar einen neuen Produktionsstandort in Marburg eröffnen.

Impfsituation im zweiten Quartal deutlich besser

Der Eindruck, dass die Impfkampagne zu langsam vonstatten gehe, liege an der Priorisierung beim Impfen. Er hielt daran fest, dass allen Bundesbürgern schon über den Sommer ein Impfangebot gemacht werden kann. "Im zweiten Quartal wird die Situation wird die Situation spürbar besser sein", so der Gesundheitsminister.

Er rief die Bevölkerung, trotz aller Einschränkungen, zum Durchhalten auf und auch dazu, sich impfen zu lassen. "Vertrauen ist das höchste Gut in dieser Pandemie" und "Geben wir weiter aufeinander acht", mit diesen Worten schloss Spahn seine Rede.

Die Corona-Impfungen in Deutschland hatten kurz nach Weihnachten begonnen. Zuletzt war auch vom Koalitionspartner SPD Kritik an zu geringen Impfstoff-Bestellungen laut geworden. Vor Ort gibt es teils Ärger wegen der Organisation von Impfterminen. Einsetzbar sind inzwischen die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und dem US-Biotechunternehmen Moderna. Die europäische Arzneimittelbehörde überprüft derzeit die Zulassung des Vektor-Impfstoffs von der Universität Oxford/AstraZeneca, der bereits in Großbritannien verimpft wird.