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Drosten: 100.000 Neuinfektionen pro Tag sind "ein Szenario"

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"Man soll nicht denken, sobald Risikogruppen abgeschirmt sind, ist das ganze Problem beendet", so Drosten in Berlin.
"Man soll nicht denken, sobald Risikogruppen abgeschirmt sind, ist das ganze Problem beendet", so Drosten in Berlin.   -   Copyright  Michael Kappeler/(c) dpa Pool
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In Deutschland hat der Virologe Christian Drosten trotz fortschreitender Impfungen vor einer zu schnellen Lockerung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gewarnt. Man solle nicht naiv in die wärmere Jahreszeit gehen, so der Chef der Virologie der Berliner Charité.

Der vergangene Sommer sei relativ glimpflich verlaufen, weil in der ersten Pandemiewelle sehr früh Maßnahmen ergriffen worden sein. Angesichts nun höherer Fallzahlen sei das kein Automatismus, wie auch die Entwicklung in wärmeren Ländern wie Spanien gezeigt habe. Ein Szenario mit 100.000 Fällen pro Tag sei möglich, trotz fortschreitender Impfungen. Drosten: "Wenn jetzt in den nächsten Wochen und Monaten die Risikogruppen durch die Impfung abgeschirmt, sind, dann wird natürlich der Druck entstehen, wieder Maßnahmen zu beenden und dann wird es bei unser dichten Bevölkerungszahl zu solchen Zahlen kommen.

Spahn: Null-Covid-Strategie nicht umsetzbar

Der Virologe hatte bereits zuvor in einem Interview mit dem "Spiegel" gesagt, dass dann zwar vor allem junge Menschen betroffen sein könnten, die Zahl der Toten wegen der vielen Erkrankten aber trotzdem hoch wäre. Angesichts der ansteckenderen Virusmutationen sei eine Strategie, die auf null Neuinfektionen abzielt, erstrebenswert. Die Initiative "Zero Covid" fordert dies.

Gesundheitsminister Jens Spahn sagte, er halte eine solche Zielmarke in Deutschland angesichts der zentralen geographischen Lage nicht für umsetzbar. Er lobte den Fortschritt bei den Impfungen. 60 Prozent der BewohnerInnen von Altersheimen hätten die erste Dosis erhalten. Insgesamt wurden mittlerweile 1,5 Millionen Spritzen verabreicht. Für Lockerungen sei es aber noch zu früh.

RKI: über 50.000 Corona-Tote in Deutschland

In Deutschland gilt der Lockdown noch bis mindestens zum 14. Februar. Die Zahl der Toten seit Beginn der Pandemie stieg laut Robert-Koch-Institut auf über 50.000. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt derzeit bei knapp 18.000. Die 7-Tage-Inzidenz ist rückläufig und liegt bei 115.