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Testpflicht sorgt für Frust bei Pendlern aus Tschechien: "Verstehe die Logik daran nicht"

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Von euronews
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Da kommt Frust auf: Warten vor Teststation in Furth im Wald
Da kommt Frust auf: Warten vor Teststation in Furth im Wald   -   Copyright  Armin Weigel/ dpa
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Lange Schlangen an den deutschen Grenzübergängen zu Tschechien: Wegen der verschärften Einreisebestimmungen haben PendlerInnen vor allem in Bayern am Morgen teilweise stundenlang gewartet. Weil Tschechien in der Corona-Pandemie als sogenanntes Hochinzidenzgebiet gilt, müssen Menschen, die nach Bayern wollen, alle 48 Stunden einen negativen Schnelltest vorlegen.

Hunderte Fahrzeuge stauten sich unter anderem im tschechischen Pomezi nad Ohri. Jevgeni Striemilovski war einer der Wartenden: "Wir waren um Punkt 4 Uhr hier, jetzt ist es halb 7 Uhr und wir warten immer noch. Ich weiß nicht, wie es weitergeht, aber wir sind schon nah dran." Weiter sagte er: "Meine Frau stand gestern vier Stunden lang auf der deutschen Seite an. Wir sitzen jetzt seit drei Stunden im Auto, immerhin im Warmen. Aber meine Frau stand gestern draußen in der Kälte Sie hat kein Corona, aber sie wird die Grippe bekommen, ich verstehe die Logik daran nicht."

"Das macht keinen Spaß am frühen Morgen"

Die PendlerInnen können sich auf der tschechischen Seite per Drive-In testen lassen konnten und sollten ihr Ergebnis anschließend aufs Handy bekommen. Eine Prodezur, durch sie nun zwei bis drei Mal pro Woche durch müssen. "Der Tag fing nicht so gut an", berichtete die Pendlerin Stepanka Novotna. "Ich warte hier seit viertel vor 6 Uhr auf einen Test. Das macht keinen Spaß so früh am Morgen. Und in zwei Tagen muss ich das wieder machen, weil wir in 48 Stunden einen neuen Test brauchen, also muss ich wieder warten."

In Strazny an der bayerischen Grenze standen die Menschen sogar draußen an. Der Frust war groß. "Das ist einfach schrecklich", so der Pendler Jaroslav Balvín. "Wenn das so weiter geht, höre ich glaube ich auf, in Deutschland zu arbeiten. Es lohnt sich dann einfach nicht mehr. Ich finde, sie müssen da was machen, denn so kann es nicht weiter gehen, mit drei oder vier Tests pro Woche und dass man dann immer zwei Stunden warten muss. Das geht nicht."

Zehntausende tchechische PendlerInnen betroffen

In Sachsen sind die Einreisebestimmungen etwas lockerer: PendlerInnen müssen sich nur zwei Mal pro Woche testen lassen.

Schätzungen zufolge fahren 35 000 bis 60 000 Tschechen regelmäßig zur Arbeit nach Deutschland.

EU-Kommission: "Reisen Sie nicht"

Auch Brüssel will Reiseeinschränkungen voranbringen, vor allem um die Verbreitung der neuen Varianten des Coronavirus zu verhindern. Die Brüsseler Behörde schlug am Montag vor, für bestimmte Länder und Regionen strengere Test- und Quarantäne-Regeln einzuführen. In Deutschland gelten schon seit Sonntag für mehr als 20 Länder mit besonders hohen Infektionszahlen neue Regeln bei der Einreise. Auch andere Länder wie Frankreich haben ihre Vorgaben verschärft. Belgien verbietet ab Mittwoch zunächst alle nicht notwendigen Reisen.

Die EU-Kommission schlug nun vor, die bestehende EU-Ampel-Karte, auf der Regionen auf Grundlage gemeinsamer Kriterien grün, orange oder rot markiert sind, anzupassen. Demnach soll eine neue "dunkelrote" Kategorie für Hochrisikogebiete mit mehr als 500 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen zwei Wochen eingeführt werden. Von unnötigen Reisen aus diesen Gebieten solle dringend abgeraten werden, sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders. Dies gelte nicht nur für grenzüberschreitende Reisen, sondern ebenso für Bewegungen innerhalb eines Landes.

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson betonte grundsätzlich: "Die erste Empfehlung ist: Reisen Sie nicht."