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Österreich: "Ibiza-Video"-Detektiv sagt vor Untersuchungsausschuss aus

Von Euronews mit dpa
Heinz-Christian Strache, Ex-Vorsitzender der rechten FPÖ, wirbt für seine Partei "Team Strache", 07.10.2021
Heinz-Christian Strache, Ex-Vorsitzender der rechten FPÖ, wirbt für seine Partei "Team Strache", 07.10.2021   -   Copyright  Ronald Zak/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Der Drahtzieher hinter dem "Ibiza-Video", das zum Fall des früheren FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache und zum Sturz der damaligen ÖVP-FPÖ-Regierung geführt hat, hat an diesem Donnerstag vor dem Ibiza-Untersuchungsausschuss in Wien ausgesagt.

Keine Hintermänner für Video

Der Privatdetektiv Julian H. erklärte, dass es keine weiteren Beteiligten oder Hintermänner bei der Erstellung des "Ibiza-Videos" gegeben habe. "Es gab keine involvierten Nachrichtendienste, keinen Auftraggeber, keine Hintermänner", so H.

Er betonte, dass es das Video nicht hätte geben müssen, wenn es polizeiliche Ermittlungen gegeben hätte, nachdem ein früherer Leibwächter von Strache belastendes Material gegen den Ex-FPÖ-Chef gesammelt und bei der Polizei angezeigt hatte. Die Beamten hätten jedoch "bewusst weggesehen". Daher habe er die Idee des Videos gehabt, die die Vorwürfe gegen Strache weiter untermauern würden.

Einflussnahme und Käuflichkeit: Problem in Österreich?

Auch den Vorwurf der Erpressung weist er zurück. Es sei darum gegangen, auf politische Unsitten und Korruption in Österreich aufmerksam zu machen. "Das Video sollte seit jeher vorliegende Vorwürfe objektiv dokumentieren – Einflussnahmen und Käuflichkeit in der Republik", zitiert der ORF den Privatdetektiv.

H. zweifelt auch an, dass das gegen ihn eingeleitete Verfahren fair ist und erhebt den Vorwurf, dass er mundtot gemacht werden soll.

Der Privatdetektiv wurde Ende 2020 in Berlin verhaftet und Anfang März nach Österreich ausgeliefert – dort sitzt er seitdem in U-Haft. Gegen ihn wird wegen Erpressung und Drogenhandels ermittelt.

Das im Mai 2019 veröffentlichte Video, auf dem Strache anfällig für Korruption wirkt, hatte zum Sturz der damaligen ÖVP-FPÖ-Regierung geführt. Strache hingegen bestreitet die Vorwürfe.

Weitere Quellen • ORF