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Wirtschaftskrise, Corona: "Wer gibt uns etwas zu essen?"

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Von Apostolos Staikos, su
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Orthodoxes Osterwochenende in Griechenland – Straßen und Fähren sind voll, alles strömt zur Familie, wo mindestens ein herzhaftes Mahl wartet – das war vor Corona.

Um die Urlaubssaison zu retten, errichtete die Polizei vor Ostern (02. und 03. Mai) Kontrollpunkte an den Ausfallstraßen rund um Athen und andere Städte - um zu prüfen, ob jene, die ihren Wohnort verlassen, auch wirklich triftige Gründe dafür vorweisen können. Dazu zählen etwa bestimmte berufliche Verpflichtungen, medizinische Notfälle oder Begräbnisse enger Angehöriger. Nicht dazu zählen etwa Besuche lebender Angehöriger in anderen Regionen.

Für viele Menschen ist aber selbst ist eine einfache Mahlzeit zu Ostern ein Traum.

Giorgos Gaitanis zum Beispiel. Der 58-jährige Koch ist seit dem vergangenen Oktober arbeitslos und lebt auf der Straße.

Giorgos Gaitanis (58), Obdachloser:

«Ich schlafe auf Plätzen und in Parks, ich bin obdachlos. Zum Glück gibt es diese Gruppe und wir bekommen jeden Tag eine Mahlzeit. Wer hilft uns? Was die machen, ist für uns entscheidend. Ich habe ernsthafte Gesundheits-Probleme – eine Herzerkrankung und mein Blutzuckerspiegel ist zu hoch (Diabetes). Wer wird mir etwas zu essen geben, wer wird mir helfen? »

ESSEN FÜR DIE HUNGRIGEN

Vor zehn Jahren beschloss Konstantinos Polychronopoulos, etwas zu tun, um die Hungrigen in Athen zu ernähren.

Er begann eine Suppenküche namens “The Other Human” (“Der andere Mensch”) und kochte täglich für 60 bis 70 Leute. Heute füttert er zweieinhalb bis dreitausend Menschen durch. Die Gruppe bekommt Lebensmittelspenden von Einzelpersonen, Unternehmen und NGOs.

Konstantinos Polychronopoulos, Gründer der Suppenküche “Der andere Mensch”:

«Was hier passiert, nennt sich Liebe. Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Herkunft helfen sich gegenseitig und geben Bedürftigen etwas zu essen. Wir führen auch Windeln und Babymilch. Wir sind eine offene Gesellschaft voller Liebe, Solidarität und Respekt für jeden, der anders ist».

κρίσις - DIE KRISE

Außer Essen verteilen Freiwillige während der Karwoche auch Schokoladeneier, Osterkerzen und Gebäck.

Grigoria Mauroidaki ist eine von ihnen. Einmal pro Woche ist die Englischlehrerin mit ihrem Sohn, dem 12-jährigen Michalis, Teil des Teams.

Grigoria Mauroidaki (37), ehrenamtliche Helferin:

«Ich bringe mein Kind mit, um ihm zu zeigen, dass es auch die andere Seite des Lebens gibt. Ich möchte, dass er versteht, dass Leute in einer privilegierten Lage denen helfen müssen, die Hilfe brauchen. Anstatt unsere Zeit mit Osterbräuchen zu verbringen, habe ich mir ausgedacht, hierher zu kommen und zu sehen, wie viele Menschen so leben. Jeder kann und soll helfen.»

"Krise" - das Wort kannten schon die alten Griechen vor Beginn unserer Zeitrechnung: "κρίσις".

Apostolos Staikos, Euronews:

«Nach vielen Jahren der Wirtschaftskrise UND DANN der Pandemie ist vielen Griechen klar, was es bedeutet, wenn das Nötigste fehlt. Solche Akte der Solidarität beweisen, wie wichtig es ist, ein Sicherheitsnetz für die Bedürftigen zu haben»

Apostolos Staikos, su