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Streit um Fanggründe vor Jersey: Französische Fischer in Not

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Streit um Fanggründe vor Jersey: Französische Fischer in Not
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Seit mehreren Jahren fischen Baptiste Guenon und seine Crew in den Gewässern des Ärmelkanals, rund um die Insel Jersey. Bislang steuerten die Franzosen ihr Schiff an rund hundert Tagen im Jahr in die Gewässer vor Jersey.

Dieses Jahr sind es nur noch 22 Tage. Schuld sind die neuen Regeln, die Großbritannien nach dem Brexit französischen Fischern auferlegt hat.

"Sehen Sie die rote Linie? Da dürfen wir nicht mehr hinfahren. Das da drüben ist unsere Küste und wie Sie sehen, ist die Fläche, auf der wir arbeiten können, deutlich kleiner geworden. Früher konnten wir überall fischen, aber die Zeiten sind vorbei", sagt Guenon und zeigt auf einer Karte das neue verkleinerte Fanggebiet.

Baptiste Guenons Stimmung schwankt zwischen Hilflosigkeit und Wut. Die neuen Regeln seien nicht nur ein Problem für Frankreichs Fischer, sondern auch für Jersey: "Jersey braucht uns, sie brauchen Frankreich, um ihre Waren zu verkaufen. Und wir brauchen sie für die Hälfte unseres Fanggebiets. Diesen Deal gibt es seit Jahren und sie haben ihn gebrochen."

Laut Angaben aus Paris dürfen nur noch rund 40 französische Boote ihre Netze in den fischreichen Gewässern vor Jersey auswerfen, doch beantragt waren Lizenzen für mehr als 340 Boote.

Vor einer Woche machten Frankreichs Fischer mit einer Blockade vor der Insel ihrem Ärger Luft, Baptiste Guenon war dabei. Jersey versucht, die Wogen zu glätten. Es hat die Beschränkungen bis 1. Juli ausgesetzt. Bis dahin wird weiter verhandelt, aber immerhin: In der Zwischenzeit können alle französischen Fischer in die Gewässer zurückkehren.