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Krise im Tourismus: Kommt der Aufschwung im Juli oder erst September?

Von Euronews
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Hotelanlage in Portugal
Hotelanlage in Portugal   -   Copyright  - Screenshot Associated Press -
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Für die Tourismusbranche wird es wahrscheinlich ein weiteres herausforderndes Jahr werden. Obwohl es einen Nachholbedarf gibt, zögern die Menschen noch immer mit Buchungen von Auslandsreisen.

Neuesten Zahlen zeigen, dass internationale Urlaubsreisen in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 um mehr als 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sind.

Über Maßnahmen zur Wiederbelebung der Tourismusindustrie beraten die Mitglieder der Welttourismusorganisation (UNWTO) bei ihrem 66. Treffen in Athen.

UNWTO-Generalsekretär Zurab Pololikashvili sieht die Wiederbelebung als einen Prozess in der Verantwortung der UNWTO, "die verschiedenen Märkte und Länder zu koordinieren und zu verbinden, um den Tourismus so schnell wie möglich wieder zu starten und zu erholen".

Der Grüne Pass - das EU-Impfzertifikat - soll ein weltweiter Standard werden

"Wir wollen diese Chance nicht verlieren und alle Instrumente nutzen, beginnend mit dem Impfprozess, dem grünen Zertifikat", so Zurab Pololikashvili.

Der Schlüssel dazu, dass sich die Menschen beim Reisen wieder sicher fühlen, ist die Wiederherstellung des Vertrauens. Die Welttourismusorganisation betont, dass die verschiedenen Maßnahmen weltweit vereinheitlicht werden müssten, wie zum Beispiel das europäische digitale Impf-Zertifikat. Sie arbeitet mit der Europäischen Kommission zusammen, um es als Modell zu nutzen.

Der Vize-Präsident der Europäischen Kommission Margaritis Schinas, bestätigt das: "Das EU-Covid-Zertifikat ist ein konkreter Beweis dafür, dass Europa solidarisch und entschlossen handeln kann. Ab dem ersten Juli wird es in der gesamten Europäischen Union verfügbar sein und einen globalen Standard für die gesamte Tourismusbranche setzen", sagt er gegenüber Euronews.

Nachhaltigkeit: ökologische, soziale und wirtschaftliche Konzepte

Tourismusexperten fordern, dass bei der Erholung der Branche Nachhaltigkeit und lokale Bedürfnisse im Vordergrund stehen sollten.

Harry Theoharis, Minister für Tourismus in Griechenland, erklärt: "Die wichtigste Lektion, die wir während der Krise gelernt haben, ist, dass Nachhaltigkeit ein komplexer Begriff ist. Er hat drei Dimensionen, und wir beschäftigen uns oft mit der ökologischen Seite. Aber die soziale und die wirtschaftliche Seite traten während der Pandemie in den Vordergrund. Jetzt müssen wir ein neues Gleichgewicht in dem Dreieck dieser drei Dimensionen finden."

Portugal als Vorbild: regionale und saisonale Verteilung

In Portugal ist das bereits der Fall. Das Land hat sich vor fünf Jahren für einen Weg der Nachhaltigkeit entschieden, und die Bemühungen tragen Früchte, vor allem nach der Pandemiekrise.

In Portugal besteht der nachhaltige Ansatz darin, dass das Land auf eine ausgewogenere regionale wie saisonale Verteilung des Tourismusaufkommens setzt, erklärt Rita Marques, Staatssekretärin für Tourismus: "Die Strategie hat mehrere Schwerpunkte. Erstens, Tourismus findet über das ganze Jahr hinweg statt. Wir haben mit der Veranstaltungsbranche und der Golfindustrie zusammengearbeitet, um das ganze Jahr über ein gutes Erlebnis zu bieten. Und zweitens, versuchen wir, Touristen in allen Teilen des Landes willkommen zu heißen, nicht nur in den großen Städten, nicht nur im Süden, an der Algarve, auf Madeira."

Die Welttourismusorganisation skizziert letztlich zwei Szenarien für das Jahr 2021. Das eine sagt im Juli einen Aufschwung voraus, mit 66 Prozent mehr internationalen Buchungen im Vergleich zum vergangenen Jahr. Das zweite und ungünstigere Szenario für die Branche sieht einen Aufschwung erst im September.