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Dresdner "Corona-Hochhaus": Sequenzierungsergebnisse für Mittwoch erwartet

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Von Euronews mit dpa
Abstrich in einem Corona-Testzentrum in Dresden, 14.05.2021
Abstrich in einem Corona-Testzentrum in Dresden, 14.05.2021   -   Copyright  Sebastian Kahnert/dpa via AP
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Seit Donnerstag steht ein Studentenwohnheim in Dresden unter Quarantäne, nachdem ein Indien-Rückkehrer vermutlich an der Delta-Variante des Coronavirus gestorben ist. Derzeit sind noch 18 Bewohner des Hochhauses in Quarantäne, nachdem sieben weitere Bewohner positiv getestet wurden.

In dem Dresdner Hochhaus, das die Behörden in der vergangenen Woche zunächst komplett unter Quarantäne gestellt hatten, waren in einer großangelegten Aktion alle Bewohner getestet worden. Dann hatte das Dresdner Gesundheitsamt mitgeteilt, dass sieben von 170 vorgenommenen PCR-Tests positiv ausgefallen waren. In drei Fällen besteht der Verdacht auf eine Infektion mit der sogenannten Delta-Variante. Die Ergebnisse des auch als Sequenzierung bekannten Verfahrens zur Varianten-Bestimmung werden für diesen Mittwoch erwartet.

Intensivmediziner Gernot Marx warnt vor vierter Welle

In den kommenden Wochen werde sich die aggressivere Mutation B.1.617.2 (auch indische oder Delta-Variante) in Deutschland weiter ausbreiten, sagte Intensivmediziner Gernot Marx gegenüber der Rheinischen Post. "Der große Unsicherheitsfaktor ist gerade die neue Mutation B.1.617.2, die noch ansteckender als die derzeit dominierende Variante B.1.1.7 sein soll. Schrittweise wird sich deshalb auch in den nächsten Wochen diese neue Mutation durchsetzen", so Marx.

Die Polizei hatte das Hochhaus, in dem der Verstorbene lebte, am Donnerstag umstellt und alle Ein- und Ausgänge zu den 200 Wohnungen kontrolliert. Bis zum 8. Juni dürfen die Menschen das Haus nicht verlassen.

Der junge Mann lebte nach Angaben des Dresdner Gesundheitsamtes in einer Wohngemeinschaft mit fünf Personen. Bereits Ende April war er aus Bangalore in Indien zurückkehrt, ein Schnelltest vor der Einreise war negativ. Der Mann hatte erst einige Zeit später Symptome von Covid-19 entwickelt.

Innerhalb kurzer Zeit verschlechterte sich sein Zustand. Am 25. Mai wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht und starb am 1. Juni. Vorerkrankungen waren nicht bekannt. Derzeit wird untersucht, ob der junge Mann möglicherweise an einer anderen Erkrankung litt, die zu dem schweren Verlauf geführt haben könnte.

Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass der Mann sich auf seiner Reise mit dem Virus angesteckt hat und es sich dabei um eine hochansteckende Virusvariante handeln könnte. Aus diesem Grund griff die Behörde zu der drastischen Maßnahme und riegelte das 14-stöckige Hochhaus komplett ab. Die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln und Medikamenten hat das Brand- und Katastrophenschutzamt übernommen.