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EURO 2020: Welle der Empörung über UEFA wegen Verbot der Regenbogenfarben in München

Von Euronews mit AFP, AP
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Das EM-Stadion in München in Regenbogenfarben - ARCHIV
Das EM-Stadion in München in Regenbogenfarben - ARCHIV   -   Copyright  Tobias Hase/(c) Copyright 2016, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Dass das EM-Stadion in München beim Spiel Deutschland-Ungarn an diesem Mittwoch (um 21 Uhr) nicht in Regenbogenfarben bestrahlt werden darf hat eine Welle der Entrüstung ausgelöst. In den sozialen Medien gibt es einen regelrechten Shitstorm gegen die Entscheidung.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) meinte: "Schade, dass die Münchner Arena nicht in Regenbogenfarben leuchten darf. Das wäre ein sehr gutes Zeichen für Toleranz und Freiheit gewesen. Wir müssen uns stark machen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung".

Mit der Aktion wollte die Stadt München auf Ungarns neues Gesetz reagieren, das die Informationsrechte von Jugendlichen zu Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Die UEFA lehnte die Regenbogenfarben mit Verweis auf den politischen Kontext ab.

Ungarns Außenminister hatte sich empört geäußert, es sei äußerst schädlich und gefährlich, Sport und Politik zu vermischen.

In Deutschland meinen die meisten aber, der Kampf gegen Diskriminierung habe nichts mit Politik zu tun.

Einige wollen Regenbogen-Fähnchen an die Fans im Stadion verteilen

oder rufen dazu auf Fotos mit Regenbogenfarben zu teilen - wie die Europaabgeordnete Terry Reintke.

Das Olympiastadion in Berlin will - wie mehrere andere Sportstätten in Deutschland - morgen Abend in Regenbogenfarben leuchten.

Der Sender ProSieben ändert sein Logo.

Ermittlungen wegen Tweet eines AfD-Politikers

Sogar die AfD droht dem Politiker Uwe Junge mit einem Ausschluss aus der Partei. Der 63-jährige ehemalige Stabsoffizier hatte die regenbogenfarbene Armbinde von Nationaltorhüter Manuel Neuer beim Spiel gegen Portugal als "Schwuchtelbinde" bezeichnet.

Auf Instagram hatte Manuel Neuer fast 500.000 Likes für ein Foto der Initiative bekommen.

Junge hat den umstrittenen Tweet inzwischen gelöscht. Doch die Mainzer Staatsanwaltschaft hat wegen der diskriminierenden Wortwahl Ermittlungen aufgenommen gegen den AfD-Politiker, der bis 2019 Landesvorsitzender der Partei in Rheinland-Pfalz war.