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Israel: Neue Corona-Welle rollt an, trotz Impfungen

Von Cornelia Trefflich mit AP
Israels Ministerpräsident Naftali Bennett vor Journalisten am Ben Gution Airport, 22.06.2021
Israels Ministerpräsident Naftali Bennett vor Journalisten am Ben Gution Airport, 22.06.2021   -   Copyright  Maya Alleruzzo/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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In Israel, wo mehr als 55 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sind, steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus an. Neben jungen Menschen sind auch bereits Geimpfte von den Infektionen betroffen. In den vergangenen drei Tagen waren täglich mehr als 100 Neufinfektionen gemeldet worden, die höchsten Zahlen seit Ende April. Besorgniserregend sei die Tatsache, dass 40-50 Prozent der neu Infizierten nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums bereits geimpft gewesen sind.

Masken kommen wieder in Mode

Die erst in der vergangenen Woche weggefallene Maskenpflicht in Innenräumen wird wegen der steigenden Inzidenz hinfällig. Ab Freitag Mittag tritt sie erneut in Kraft. Das teilte Israels Gesundheitsministerium mit. Zudem empfiehlt es das Tragen eines Nasen-Mund-Schutzes auch im Freien, zum Beispiel bei Großveranstaltungen.

Israels Ministerpräsident Naftali Bennett sprach von einem neuen Ausbruch und hatte bereits am vergangenen Dienstag erste Gegenmaßnahmen angekündigt. So will Bennett die Wiedereinrichtung des sogenannten "Corona-Kabinetts", damit rechtzeitig die Reißleine gezogen werden kann. Das sagte er nach einem Besuch des Ben-Gurion-Flughafens, Israels wichtigstem internationalen Drehkreuz.

Einreisende sind nun auch verpflichtet, nach ihrer Ankunft einen Corona-Test zu machen. Bennett hatte zuvor die Bürger:innen dazu aufgerufen, auf nicht notwendige Urlaubsreisen zu verzichten. Die für Juli angekündigte Öffnung des Landes für geimpfte Touristen wurde auf den August verschoben.

Die Impfkampagne für Kinder und Jugendliche über 12 Jahren soll ebenfalls schneller vorangetrieben werden. "Unser wichtigstes Ziel ist es, die israelischen Bürger vor der Delta-Variante zu schützen", so Bennett.

"Einschleppung" durch Reiserückkehrer

Lokal begrenzte Ausbrüche in den Städten Binjamina und Modiin waren offiziellen Angaben zufolge auf Reiserückkehrer zurückzuführen. In Modiin sollen die Urlauber nicht wie vorgeschrieben in Quarantäne gegangen sein. Bei dem Ausbruch in der nordisraelischen Stadt Binjamina waren vor allem Schüler:innen betroffen, die sich mit der Delta-Variante angesteckt hatten.

Kein Grund zur Panik?

Ein Grund zur Panik sei derzeitige Anstieg der Neuinfektionen jedoch nicht. Experten meinen, dass die in Israel verimpften mRNA-Impfstoffe die Bevölkerung gut schützt, auch vor der Delta-Variante.

Ähnliches hatte Biontech-Chef Ugur Sahin auf der Online-Hauptversammlung seines Unternehmens am vergangenen Dienstag erklärt: derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass eine Anpassung des Impfstoffs an kursierende Varianten notwendig ist. Dennoch arbeite die Firma an flexiblen Verfahren, um vorbereitet zu sein und schnell reagieren zu können, falls eine Anpassung an einen neuen Virusstamm erforderlich werden sollte.