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Drosten für Impfen, doch Immunität durch Infektion ist robuster

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Von Euronews
Virologe Christian Drosten
Virologe Christian Drosten   -   Copyright  Michael Sohn/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Der Coronavirus-Experte Christian Drosten von der Charité in Berlin hat im Gespräch mit der ARD sehr deutlich für die Impfungen plädiert, aber er hat auch erklärt, dass sich die Menschen auf lange Sicht anstecken müssten, um eine "robustere Immunität" zu erreichen.

Der Forscher sagte: "Mein Ziel als Virologe Drosten, wie ich jetzt gerne immun werden will, ist: Ich will eine Impf-Immunität haben und darauf aufsattelnd will ich dann aber auch durchaus meine erste Allgemeininfektion (..) haben." Auch geimpfte Personen würden irgendwann einmal die erste, zweite oder auch dritte Infektion erleben.

Um wirklich eine "langanhaltend belastbare Immunität zu erlangen", sei eine Kombination aus Impfung und Ansteckung notwendig.

Eine lebenslange Impf-Auffrischung, um sich vor einer Infektion zu schützen, sei nicht wirklich das Ziel. Drosten geht davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren immer wieder verschiedenen Varianten des Coronavirus begegnen werden.

Zudem beschrieb Drosten, dass der Aufbau der Immunität im Körper nach einer Ansteckung anders funktioniert als durch die Impfungen - nämlich vor allem im Bereich der Atemwege.

Einschränkungen im Herbst wegen zu geringer Impfquote

Schon im DLF-Interview hatte der Berliner Mediziner deutlich gemacht, dass er im Herbst mit neuen Einschränkungen in Deutschland rechnet, weil die Impfquote nicht hoch genug ist.

Britische Studien zur Delta-Variante, die zuletzt als Preprint erschienen sind, zeigen, was Drosten erklärt. Die Vakzine von BioNTech und AstraZeneca schützen die allermeisten Geimpften vor schweren Verläufen von Covid-19 - allerdings ist der Schutz vor der Delta-Variante des Coronavirus geringer als bei der vorherigen Alpha-Version des Virus. Und Genesene sind besser geschützt als Geimpfte.

Die Experten warnen allerdings weiterhin davor, sich zur Zeit bewusst mit dem Coronavirus zu infizieren, weil dann die Gefahr besteht, Ungeimpfte oder auch Kinder anzustecken und schwere Krankheitsverläufe auszulösen.