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Brodeln vor Wut: Sozialdemokraten gegen Armin Laschet - 10 Tweets

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Von Euronews mit dpa, Twitter
Markus Söder und Armin Laschet bei der CSU in Nürnberg
Markus Söder und Armin Laschet bei der CSU in Nürnberg   -   Copyright  Peter Kneffel/(c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Kanzlerkandidat Armin Laschet ist beim CSU-Parteitag in Nürnberg mit minutenlangem Applaus gefeiert worden. Dabei hatte der CDU-Chef in seiner Rede vor allem versucht, sich kämpferisch zu zeigen und vor allem die SPD und Olaf Scholz angegriffen. Immer wieder muss sich Laschet während der knapp 50 Minuten auf der Bühne räuspern, manchmal klingt er heiser - eine Wahlkampfstimme sei das, heißt es aus seinem Team.

"In all den Entscheidungen der Nachkriegsgeschichte standen Sozialdemokraten immer auf der falschen Seite", wettert Laschet. In den sozialen Netzwerken hagelt es Kritik.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil schreibt auf Twitter: "Nein zum Irak-Krieg, die Ostpolitik von Brandt, Einführung Mindestlohn & Grundrente, Ehe für alle usw. Überall haben wir uns gegen die Konservativen durchgesetzt. Ich bin sehr stolz darauf! Die Union hat unter Laschet echt Anstand und Würde verloren. Sie gehört in die Opposition!"

SPD-Anhänger Mattheus Berg meint, beim "Büttenredner" Laschet seien "die Sicherungen durchgebrannt".

Andere sind sehr erstaunt.

Und wieder andere nennen Laschet jetzt sogar #RheinlandTrump.

Viele verweisen auf die Ostpolitik von Willy Brandt.

Auch der FDP-Abgeordnete Marco Buschmann richtet sich gegen Armin Laschet.

Viele kommen zu einem vernichtenden Urteil.

Als Laschet seine Rede in Nürnberg beendet hat, kommt nicht nur Söder auf die Bühne, fast die gesamte CSU-Führung reiht sich um den Kandidaten. Das soll nochmal zeigen: Wir stehen hinter ihm. Als die Delegierten gar nicht aufhören wollen mit dem Klatschen, wirkt es, als werde es Laschet beinahe unangenehm: Er knöpft sich das Jackett zu, als wolle er signalisieren: Jetzt reicht es auch. Gut möglich ist nach den vergangenen schwierigen Monaten mit der CSU auch, dass den Kandidaten Zweifel beschleichen, ob so viel Jubel tatsächlich von Herzen kommt, oder nicht eher einer perfekten Parteitagsregie geschuldet ist.

Einen warmen und herzlichen Empfang hatte Söder Laschet am Vortag versprochen - und in seiner Rede tatsächlich auf süffisante Bemerkungen in dessen Richtung verzichtet. Nach dem Auftritt des Kanzlerkandidaten klingt der bayerische Ministerpräsident am Samstag dann geradezu überschwänglich, als er ruft: "Das war die Rede unseres künftigen Kanzlers Armin Laschet. Wir haben einen großartigen Empfang versprochen, er hat es mit einer großartigen Rede gedankt."

Allerdings sind einige Beobachterinnen und Beobachter der Meinung, dass die versöhnlichen Worte von Markus Söder zu spät kommen.