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Covid-19 in Deutschland: "Trauriger Höhepunkt" an Weihnachten erreicht

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Von Alexandra Leistner
Von der Corona-Intensivstation des Evangelischen Krankenhauses Paul Gerhard Stift wird eine schwangere Frau mit Covid 19 am Freitag, 3. Dezember 2021, verlegt.
Von der Corona-Intensivstation des Evangelischen Krankenhauses Paul Gerhard Stift wird eine schwangere Frau mit Covid 19 am Freitag, 3. Dezember 2021, verlegt.   -   Copyright  Waltraud Grubitzsch/(c) dpa via AP

In Berlin berichten der RKI-Präsident Lothar Wieler und der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn über die Coronavirus-Lage in Deutschland.

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen ist nach einer kurzen Erholung wieder gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen stieg der Wert auf 442,1.

"Hätten wir alle Erwachsene geimpft, wären wir heute nicht hier", sagte Spahn. Jeder und jede, die sind nicht impfen lassen, würden andere in Gefahr bringen.

Er begrüßte die Maßnahmen der Bund-Länder-Runde, sagte aber auch, dass sie einen Teil der in Gang gekommenen Entwicklung nicht mehr aufhalten könne.

"Der traurige Höhepunkt der Pandemie wird um Weihnachten erreicht werden".

Spahn freute sich über die vielen Impfungen, eine Million Impfungen pro Tag, das seien Rekordimpfzahlen. 12,2 Mio. Auffrischungimpfungen habe man in Deutschland schon verabreicht. Insgesamt 55 Mio. Erwachsene, die die zweite Impfung bekommen haben, können und sollen sich impfen lassen.

"Impfstoff ist genug vorhanden"

Das Ziel 30 Mio. Impfungen sei erreichbar und auch mit dem bestellten Impfstoff möglich. Es könne bereits in der kommenden Woche erreicht werden.

Spahn dankte dem medizinischen Personal, den Impfstoffherstellern und all denjenigen, die die Impfkampagne möglich machen. Die Impfkampagne sei "wieder zum Leben" erweckt werden.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 74.352 Neuinfektionen verzeichnet. Deutschland hat damit die Zahl von sechs Millionen registrierten Infektionen überschritten.

Seit Pandemiebeginn haben die Gesundheitsämter 6.051.560 Fälle gemeldet.

"Die Gesundheitsämter könnten überlastet sein"

926.000 aktive Fälle in Deutschland gebe es derzeit, sagte Wieler. Einige von ihnen würde auf den Intensivstationen aufgenommen, das sei schon nicht mehr aufzuhalten.

Wir können Omikron noch nicht richtig einschätzen, es könnte aber ansteckender sein und auch Geimpfte und Genese leichter infizierte. Das könne zu vielen Neuinfektionen führen, so Wieler, und das in einer Zeit, in der die Kliniken schon überlastet sind.

Dort sei der Betrieb schon in vielen Fällen eingeschränkt: Viele kleinere Eingriffe müssten verschoben werden, wie etwa Hüft-OPs, das könne für einige Menschen schon das Leiden verlängern.

Auch die rechtzeitige Erkennung von Krebs könne möglicherweise bald nicht mehr gesichert werden. Bereits fünf Prozent weniger Tumorentfernungen hätte man schon verzeichnet. Das könne in der Folge zu mehr Todesfällen führen. Davon könne jeder betroffen sein.

Spahn sagte zu den viele Fallzahlen komme, dass es höchstwahrscheinlich eine Untererfassung gebe. Ein sehr hoher Teil der PCR-Tests sei positiv.