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Quarantäne in der Bordtoilette: TikTok-Video von Marisa geht viral

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Von Anja Bencze  mit CNN/Today/TikTok
Archivfoto einer Stewardess mit Mase auf einem Southwest Airlines Flug 2020
Archivfoto einer Stewardess mit Mase auf einem Southwest Airlines Flug 2020   -   Copyright  AP Photo/Charlie Riedel, File

Mehrmals negativ getestet und dann im Flieger plötzlich doch positiv, diese unangenehme Erfahrung musste eine US-amerikanische Passagierin auf dem Flug von Chicago nach Reykjavik machen. Und es kam noch schlimmer: Um ihre Mitreisenden nicht zu gefährden, verbrachte sie den Rest des Fluges auf der Bordtoilette.

Wie es dazu kam? Am 19. Dezember machte sich Marisa Fotieo mit ihrem Bruder und Vater auf den Weg in die Weihnachtsferien von Chicago über Reykjavik in die Schweiz.

Auf dem Flug plötzlich Halsschmerzen

Vor dem Flug hatte die Vorschullehrerin aus Michigan, wie sie dem US-Nachrichtensender CNN berichtet, zwei PCR-Tests und etwa fünf Schnelltests durchgeführt, die alle negativ ausfielen.

Doch etwa anderthalb Stunden nach dem Start begann Fotieo, Halsschmerzen zu bekommen.

"Die Räder in meinem Kopf begannen zu rattern. Und ich dachte: 'OK, ich werde einfach einen Test machen, dann werde ich mich besser fühlen!'". Von wegen. Der Selbsttest fiel sofort positiv aus.

Marisa Fotieo, die vollständig geimpft ist und auch eine Boosterimpfung erhalten hat, führt als Lehrerin in Chicago regelmäßig Tests durch, da sie mit Kindern arbeitet.

Panik auf der Bordtoilette

Als sie das positive Ergebnis in der Flugzeugtoilette über dem Atlantischen Ozean erhielt, geriet Marisa Fotieo verständlicherweise in Panik. Wegen der vielen Leute im Flugzeug, wegen ihrer Familie, mit der sie zuvor zu Abend gegessen hatte - und wegen sich selbst. Was sollte nun aus ihr werden?

Die erste Person, der sie begegnete, war Flugbegleiterin Ragnhildur Eiríksdóttir, Spitzname "Rocky", die sich als eine wahre Helferin in der Not entpuppte.

Rocky half der völlig aufgelösten Passagierin, sich zu beruhigen und nach einem geeigneten Platz für sie für den Rest des Fluges zu suchen. Doch die Maschine war total ausgebucht - und an ihren Sitzplatz zurückzukehren, kam für Marisa Fotieo nicht infrage.

Auf die Idee mit der Bordtoilette kam sie selbst. Auf der Tür wurde ein Zettel mit der Nachricht "Außer Betrieb" angebracht - und der klitzekleine Toilettenraum wurde für die nächsten Stunden zum Quarantänezimmer.

Rocky, die wundersame Flugbegleiterin

Dass der Flug dennoch einigermaßen ertragbar verlief, hat Marisa Rocky zu verdanken, die ihr liebevoll Proviant und Getränke zureichte.

Während der drei Stunden Toilettenquarantäne nutze Marisa Fotieo die Zeit, um ihre Gedanken zu sortieren und die Außenwelt über ihr Schicksal zu informieren.

Sie kaufte ein Internetguthaben auf ihrem Handy und benachrichtigte ihren Arbeitgeber und Verwandte. Danach fand sie offensichtlich schon etwas entspannter, die Zeit, ein TikTok-Video zu posten, das bis Freitag Nachmittag mehr als 4,4 Millionen Mal angesehen wurde.

Darin berichtet Fotieo, dass sie sich nicht eingeengt fühlte und einfach nur froh sei, nicht in der Hauptkabine mit den anderen Passagieren zu sitzen.

10 Tage in Quarantäne in Reykjavik

Als das Flugzeug in Island landete, waren Fotieo und ihre Familie die Letzten, die das Flugzeug verließen. Da Bruder und Vater keine Symptome aufwiesen, konnten sie ihren Anschlussflug in die Schweiz antreten. Fotieo musste sich am Flughafen einem Schnelltest und einem PCR-Test unterziehen, die beide positiv ausfielen.

Anschließend wurde sie in ein Hotel des Roten Kreuzes gebracht, wo sie 10 Tage in Quarantäne verbringen musste.

Die Ärzte sahen dreimal täglich nach ihr, sie erhielt Mahlzeiten und Medikamente. "Ehrlich gesagt war es eine einfache Erfahrung", sagte Fotieo CNN gegenüber. Das habe zu einem großen Teil an Rocky gelegen und an der freundlichen Art der Isländer.

Marisa dokumentierte ihre isländische Quarantänezeit auf TikTok. Hier zum Beispiel ein Video von einem falschen Feueralarm im Hotel:

Oder hier eine Essenslieferung:

Und sie erhielt kleine Weihnachtsgeschenke von ihrer wunderbaren Flugbegleiterin "Rocky" Ragnhildur, mit der sie über soziale Medien in Kontakt geblieben war.

Fotieos letzter Tag der Quarantäne war der 30. Dezember. Danach wollte sie gemeinsam mit ihrer Familie eine paar Tage in Island verbringen, um die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Der Rückflug in die USA ist für 3. Januar 2022 geplant.

Eine Nachricht von Icelandair: Vielen Dank, Rocky, und allen Icelandair-Mitarbeitern, die im und außerhalb des Dienstes mehr als das Übliche tun. Gute Besserung, Marisa. Wir können es kaum erwarten, dich wieder an Bord zu haben!

Davor ist auf jeden Fall noch ein Treffen mit Rocky geplant, die bereits versprochen hat, sie werde sich bei Marisa melden, wenn sie das nächste Mal einen Flug nach Chicago begleitet.

Ihre Erfahrung habe ihr einen Einblick in den Alltag von Flugbegleiter:innen gegeben, sagt Marisa, die es geschafft hätten, sich um sie, aber auch alle anderen Passagiere im Flieger zu kümmern.