Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Panikattacken und Depressionen: Tauchen hilft traumatisiserten Veteranen nach Kriegseinsätzen

Access to the comments Kommentare
Von Andrea Buring
euronews_icons_loading
Archiv: Irakische Soldaten bei einem Einsatz in Mosul am 11. Juli 2021.
Archiv: Irakische Soldaten bei einem Einsatz in Mosul am 11. Juli 2021.   -   Copyright  ZAID AL-OBEIDI/AFP or licensors

Früher trugen sie Soldatenuniformen, heute sind es Neopren-Anzüge. Mehrere Kriegsveteranen in Dänemark finden beim Tauchen endlich Entspannung.

Das belegen auch Studien, die in der Tauchschule im dänischen Nyborg durchgeführt wurden. 16 Soldaten, die nach ihren Einsätzen an einer post-traumatischen Belastungsstörung leiden, spüren unter Wasser weniger Angst, Wut oder Hoffnungslosigkeit. Sie tauchen unter - und schalten ab.

Ich bin mit mir im Reinen, wenn ich unter die Wasseroberfläche tauche.
Dan Baardesø
dänischer Kriegsveteran

Der frühere Soldat Dan Baardesø sagt, "dort ist der einzige Ort, wo ich mich komplett von der Außenwelt abgeschnitten fühle. Es gibt keine Eindrücke, die über mich hineinbrechen und die ich verarbeiten muss. Im Wasser bin ich völlig frei. Es ist fast wie ein Heilmittel. Ich bin mit mir im Reinen, wenn ich unter die Wasseroberfläche tauche."

Baardesø geht einmal die Woche zur Tauchschule. Er leidet an Panikattacken und Schlafstörungen, seitdem er in Afghanistan und im Irak diente. Kein Einzelfall, wie Jan Laurenborg Olsen, der Leiter von ‘Diving 2000’ erklärt. "Es haben mir schon mehrere Veteranen gesagt, dass sie nach dem Tauchen zwei Tage lang keine Medikamente brauchen", sagt er. "Und wenn die Gedanken neu einsetzen, kommen sie zurück zu uns. So zeigt sich die Verbindung, die die Veteranen zu uns aufgebaut haben."

Unter Wasser gibt es keine Flashbacks, die dir Angst machen.
Per Vendsborg
Psychiater

Eine Beobachtung, die der Psychiater Per Vendsborg bestätigen kann. "Unter Wasser herrscht Ruhe, dort gibt es keine Impulse wie Flashbacks, die dich runterziehen und dir Angst machen", sagt er.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2011 entwickelten mindestens drei Prozent der deutschen Afghanistan-Heimkehrer eine PTBS. Da viele sich jedoch schämen, über ihre Psyche zu sprechen, dürfte die Dunkelziffer weit höher liegen.