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Wegen Corona-Angst nur draußen: 13-Jährige weigert sich, Schulgebäude zu betreten

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Von Euronews
Schüler:innen auf einem Schulhof in Dortmund, 22.02.2021
Schüler:innen auf einem Schulhof in Dortmund, 22.02.2021   -   Copyright  INA FASSBENDER/AFP or licensors

Mit "Greta-Methoden" kämpft eine Schülerin in Hagen darum, dass sich ihre Mitschüler:innen und Lehrer:innen impfen lassen.

Die 13-Jährige Yasmin weigert sich seit Dienstag, das Schulgebäude der Hagener Realschule zu betreten, aus Angst sich im Unterricht mit dem Coronavirus anzustecken. Damit sie den Unterricht verfolgen kann, sitzt die Jugendliche an einem Tisch auf dem Schulhof und klinkt sich online in das Unterrichtsgeschehen ein. Einziger Haken: draußen ist es bitterkalt.

Die dreimal geimpfte Schülerin sagte gegenüber der Westfalenpost, dass sie sich an alle Corona-Hygienemaßnahmen halte und immer eine FFP2-Maske träge, sogar im Freien. Wegen ihres Asthmas gehört sie zur Risikogruppe, für die auch drei Impfungen nicht zwingend Schutz vor schweren Verläufen von Covid-19 bieten. Gegenüber der Westfalenpost sagte sie: "Es gibt viele Kinder wie mich. Aber es gibt auch solche, die sind nicht geimpft und halten sich nicht an die Regeln. Und mit denen setze ich mich nicht mehr zusammen in einen Raum."

Ungeimpften würden inzwischen viele Freizeitaktivitäten verwehrt, nur an den Schulen würde diese Gruppe nicht "rausgeschmissen". Genau das stört sie. So hätten viele Jugendliche auf alles mögliche verzichtet, und versucht, bestmöglich gegen die Pandemie mitzuarbeiten. "Nun allerdings werden wir wie ein Lamm zur Schlachtung in die Schule geschleift, damit wir alle durchseucht werden", fügt sie hinzu.

Ihre Schulleiterin Corinna Osman zeigt sich verständnisvoll. Sie war es auch, die ihr einen Tisch, Stuhl und Laptop zur Verfügung gestellt hat. Sie erklärte, dass man Yasmin nicht zwingen wolle, aus Angst vor einer Ansteckung die Klassenzimmer zu betreten. Denn schließlich könne auch sie "nicht garantieren, dass sie sich nicht ansteckt."

Nachdem über den Fall berichtet wurde, schaltete sich prompt das zuständige Jugendamt ein. Man sah das Wohl des Kindes gefährdet. Die Behörde drohte damit, eine Inobhutnahme der Schülerin anzuordnen. Diese scheint nun vom Tisch, da sich die Familie des Mädchens "kooperationsbereit" zeige. Stattdessen wolle man mit Hilfe eines schulpsychologischen Gutachten erreichen, dass die 13-Jährige in einem isolierten Raum sitzen darf, um den Unterricht online zu verfolgen.

Auch wenn sich ein Kompromiss abzeichnet, Schulleiterin Osman will Yasmin nicht zwingen, nach drinnen zu gehen. Sie erklärte: "Yasmin möchte auf Missstände hinweisen, und das finde ich gut. Sie ist kein Kleinkind mehr, sondern ein sehr reflektierter Mensch. Sie will kämpfen."

Weitere Quellen • Westfalenpost, WDR