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Skepsis gegenüber Grippe-Einstufung: "Nach jeder Welle ein neuer Vorschlag"

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Von Euronews mit AP
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Spanien ist europäischer Vorreiter in der Impf-Statistik
Spanien ist europäischer Vorreiter in der Impf-Statistik   -   Copyright  Alvaro Barrientos/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved

Auch der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz sprach bnei seinem Antrittsbesuch in Madrid am Donnerstag von einem Modell: Spaniens erfolgreiche Impfkampagne lässt die Regierung in Madrid mutiger im Umgang mit der Corona-Pandemie werden.

Das Gesundheitsministerium denkt bereits laut über einen Wegfall der Corona-Beschränkungen noch in diesem Monat nach. Covid-19 könnte einen Status wie die Grippe bekommen.

Das stößt nicht bei allen Experten auf Gegenliebe. Dr. Jeffrey Lazarus vom Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal) sagte im Euronews-Interview: "Ich glaube nicht, dass ein Ende schon in Sicht ist. Es geht wohl mehr um Politik als um die öffentliche Gesundheit. Nach jeder Welle kommt ein neuer Vorschlag. Erst waren es die Masken, nun der Stopp der Erfassungen und Testungen."

Auch die Weltgesundheitsorganisation mahnt zu Vorsicht. Trotz verstärkter Impfkampagne und weltweit zehn Milliarden verabreichter Dosen gebe es massive Impflücken.

Dazu sagte Jeffrey Lazarus: "Die Regierungen müssen an die nächsten Wahlen, aber auch an die öffentliche Gesundheit denken. Beschränkungen können bei sinkenden Fallzahlen gelockert werden, sie müssen aber auch wieder eingeführt werden können, wenn die Zahl der Fälle und insbesondere der Krankenhausaufenthalte steigt, wenn es eine neue Variante gibt oder wenn wir feststellen, dass wir eine zusätzliche Auffrischung brauchen."

Ein Prozent der Toten durch Covid-19

Die Impfstatistiken in Spanien sind beeindruckend. Mehr als 90 Prozent der über Elfjährigen sind vollständig, also doppelt geimpft. 85 Prozent der Risikogruppe der über 60-Jährigen haben bereits eine Booster-Dosis erhalten.

Die Sterblichkeitsquote durch Covid-19 sank von 13 Prozent während der ersten Infektionswelle auf gegenwärtig ein Prozent.

Katalonien hat daraus bereits die Konsequenzen gezogen. Die dort seit Weihnachten geltenden nàchtlichen Ausgangsbeschränkungen sollen ab kommenden Freitag aufgehoben werden, obwohl die 7-Tage-Inzidenz jetzt über viermal so hoch ist wie vor dem Fest. Der schnelle Anstieg der Zahlen habe sich verlangsamt, erklärte die Regionalregierung in Barcelona zur Begründung. Ausgangsbeschränkungen gibt es aktuell nur in Katalonien.