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Negativrekord in Deutschland: Erstmals über 100.000 Corona-Neuinfektionen

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Von Euronews  mit dpa
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In Deutschland waren die Corona-Infektionszahlen nie höher als jetzt.
In Deutschland waren die Corona-Infektionszahlen nie höher als jetzt.   -   Copyright  AP Photo/Martin Meissner

Die schnelle Ausbreitung der Omikron-Variante sorgt für neue Rekorde bei den Infektionszahlen. Erstmals wurde in Deutschland die Marke von 100.000 Neuansteckungen überschritten. Auch die 7-Tage-Inzidenz stieg mit gut 584 auf einen neuen Höchstwert.

Lauterbach: Höhepunkt ist noch nicht erreicht

Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben vom Mittwochmorgen 112.323 Fälle in 24 Stunden. Am Freitag lag die Zahl erstmals über der Marke von 90.000 Fällen. Vor genau einer Woche waren es 80.430 erfasste Neuinfektionen gewesen.

Die Sieben-Tage Inzidenz gab das RKI nun mit 584,4 an. Das ist ebenfalls ein Rekord. Zum Vergleich: Am Vortag hatte die bundesweite Inzidenz bei 553,2 gelegen, vor einer Woche bei 407,5.

Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach geht von von einer sehr großen Dunkelziffer aus, die tatsächlichen Zahlen seien also noch viel höher. "Ich glaube, dass wir den Höhepunkt der Welle Mitte Februar erreichen werden, und dann könnten die Fallzahlen auch wieder sinken, aber wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt angekommen", sagte Lauterbach im Sender "RTL". 

Frankreich: Fast eine halbe Million Ansteckungen

Noch rasanter steigen die Zahlen in Frankreich an. Das Nachbarland verzeichnete fast eine halbe Million neue Corona-Fälle. Die Zahl der Menschen auf Intensivstationen ging im gleichen Zeitraum leicht auf rund 3900 zurück.

Seit einigen Wochen steigen die Fallzahlen in Frankreich rasant an. Zuletzt lag die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit bei 3063.

Angesichts dessen will Frankreichs Regierung weitere Anreize für eine Corona-Impfung setzen und die Regeln für Ungeimpfte deutlich verschärfen. Sie sollen bald keinen Zugang mehr zu Gastronomie, Kulturstätten und zum Fernverkehr haben. Zutritt soll es dann nur noch mit einem Impf- oder Genesungsnachweis geben.

Nach heftigen Debatten stimmte das Parlament dem Vorhaben am Sonntag endgültig zu. Einige Abgeordnete und Senatoren riefen wegen strittiger Punkte jedoch den Verfassungsrat an. Dieser will sich nun am Freitag zum Gesetzesprojekt äußern.

WHO besorgt über Impfunterschiede

Auch Russland kämpft gegen die Omikron-Welle. Die Regierung in Moskau hat die Isolationsfrist für Infizierte von 14 auf 7 Tage verkürzt – um das Land trotz Pandemie am Laufen zu halten.

Beim Thema Impfen gibt es in Europa weiter große Unterschiede. Rumänien hat nach Bulgarien die niedrigste Impfquote in der EU, nur rund 40 Prozent der Bevölkerung sind gegen Corona geimpft. Die Folge: Die Übersterblichkeit in den Ländern ist extrem hoch.

Die Weltgesundheitsorganisation ist besorgt über die enormen Ungleichheiten bei den Impfquoten. Gäbe es sie nicht, könnte das Schlimmste der Pandemie in diesem Jahr überstanden sein, so WHO-Experte Michael Ryan.

"Wir werden das Virus dieses Jahr nicht besiegen. Vielleicht werden wir das Virus nie besiegen. Diese Viren - Pandemieviren - werden letztendlich zu einem Teil des Ökosystems", sagte Ryan. "Was wir beenden können, ist der öffentliche Gesundheitsnotstand und zwar durch die Impfung."

In Dänemark sind mit gut 80 Prozent der Bevölkerung verhältnismäßig viele Menschen doppelt geimpft, rund 45 sind geboostert. Ende November trat ein Gesetz in Kraft, laut dem Unternehmen Angestellte entlassen können, wenn sie keinen Impf- oder negativen Testnachweis vorlegen können. Inzwischen hat es erste Entlassungen gegeben.