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"Super Holocaust-Überlebende" - Peinlicher Fehler in WELT AM SONNTAG sorgt für Aufschrei

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Von Euronews
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In einem Kommentar von Chefredakteur Ulf Poschardt zu Innenministerin Nancy Faeser in der WELT AM SONNTAG war in der ONLINE-Version der Begriff "super Holocaus-Überlebende" anstelle von "superlinke Aktivistinnen" zu lesen. Dieser peinliche Fehler sorgt für einen Aufschrei im Internet.

Die WELT schreibt zur Erklärung auf Twitter:

"Bei der Digitalisierung eines Kommentars von @ulfposh aus der aktuellen WAMS-Ausgabe wurde "superlinken Aktivistinnen" durch "super Holocaust-Überlebende" ersetzt. Das ist ein schlimmer Fehler, den wir zutiefst bedauern und umgehend korrigiert haben. _

Wie konnte das passieren? Unsere bisherige Rekonstruktion hat ergeben: Der Begriff sollte im Digitalen verlinkt werden und dabei ist versehentlich ein falscher Link gesetzt und auch das Wort, hinter dem dieser Link steht, geändert worden. _

Grund war offenbar, dass die mit der Aufgabe befasste Mitarbeiterin zuvor an einem anderen Thema gearbeitet hat und entsprechende Verlinkungen noch im Cache zwischengespeichert waren. Der obligatorische 4-Augen-Check hat sich auf Headline und Teaser beschränkt, weil der eigentliche Kommentar im Zuge der Produktion der Print-Ausgabe bereits alle obligatorischen Kontroll-Schleifen durchlaufen hatte und digital unverändert und lediglich um Verlinkungen ergänzt übernommen werden sollte. Wir sind bereits dabei zu überprüfen, wie wir unsere technischen Systeme und Prozesse so anpassen können, dass sich ein derartiger Fehler möglichst nicht wiederholen kann."

Aufgefallen war der Fehler zunächst der Journalistin Nelli Tügel, die auf Twitter darauf aufmerksam machte.

Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten fordert zumindest eine offizielle Entschuldigung.

Medienexperte Stefan Niggemeier schreibt: "Der #Poschardt-Kommentar ist auch in der Print-Version idiotisch, aber halt im üblichen Rahmen dieses Genres. Dass so viele Leute ihm zutrauen, dass er bewusst so formuliert hat, wie es digital zu lesen war, ist kein Wunder angesichts seiner Radikalisierung und Trollhaftigkeit."

Die deutsche Innenministerin Nancy Faeser war nicht nur von Ulf Poschardt, sondern auch von Politikern der CDU und der CSU dafür kritisiert worden, dass sie - noch als Vorsitzende der hessischen SPD - einen Text in »Antifa«, dem Magazin der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten), veröffentlicht hatte. In dem Beitrag von Nancy Faeser geht es um die Bedrohung durch NSU 2.0, der auch sie selbst ausgesetzt war.

Nancy Faeser verteidigt sich gegen die Kritik. "Die von der ‚Jungen Freiheit’, der AfD und anschließend der Bild-Zeitung und CDU-Abgeordneten erhobenen Vorwürfe sind durchschaubar. Ich habe immer klare Kante gegen Rechtsextremismus und alle Feinde der offenen Gesellschaft gezeigt – und werde das auch weiterhin tun", schrieb die Innenministerin auf Twitter.