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Serbien - ganz gemütlich "zwischen den Stühlen"

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Von su  mit AFP, dpa
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Serbien - ganz gemütlich "zwischen den Stühlen"
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Serbien sitzt zwischen den Stühlen”, schrieb die "Wiener Zeitung" über den EU-Beitrittskandidaten, der keine Sanktionen gegen Russland will. Könnte sein, dass es da ganz gut sitzt.

Denn die von den USA und der EU gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges verhängten Wirtschaftssanktionen haben westliche Unternehmen unter Druck gesetzt, Russland zu verlassen. Viele peilen nun Serbien an, wegen der starken Beziehungen zu Russland und der billigen Arbeitskräfte.

Nebojša Nešovanović, Spezialist für Südosteuropa beim weltweit größten Dienstleister im Immobiliensektor, CBRE Group (Dallas/Texas):

"Es sind hauptsächlich Unternehmen aus den USA oder Europa, die diesen Teil Europas als künftigen Standort für ihre Geschäftstätigkeit aussuchen, da sie bereits mit Niederlassungen in der Region präsent sind. Serbien gehört definitiv zu den Zielregionen. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Umzüge der serbischen Wirtschaft einen starken Schub geben. Aber ihre Ankunft ist zumindest nicht schlecht.”

Obwohl westliche Unternehmen nach Serbien kommen und russische Firmen wie Gazprom, Lukoil und Russian State Railways ihre Arbeit dort ohne Probleme schaffen, hat zum Beispiel das ukrainische IT-Unternehmen Intellias beschlossen, von Serbien nach Kroatien zu ziehen – weil Serbien keine Sanktionen gegen Russland verhängt hat.

Bojan Stanich, serbische Handelskammer:

„Die Gefahr ist da, dass Unternehmen Serbien verlassen, aber das ist ein Einzelfall. Das Klima für ausländische Investoren hat sich nicht geändert. Das zeigt das bestätigte Kreditrating "BB plus” („**Fitch**”), mit einem stabilen Ausblick - dass es in der nächsten Periode eine Verbesserung geben könnte oder dass wir das „Investment Level” (ab „BBB”, vorher „speculative grade”) erreichen könnten."

Eine erste Welle von Beschäftigten ist bereits aus Russland nach Serbien unterwegs, so die CBRE-Immobilienfachleute, etwa 2.000 Menschen suchten nach Wohnungen in Belgrad.

Auch Unternehmen in Deutschland bewegen sich: So versucht der Nürnberger Autozulieferer Leoni, den durch die Schließung zweier ukrainischer Werke bedingten Produktionsausfall auszugleichen, durch Lieferungen aus den Werken in Marokko, Tunesien, Rumänien und Serbien.

su mit AFP, dpa